Praktikum im Herzen Dublins

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Ein irisches Sprichwort besagt "Es gibt keine Fremden, sondern nur Freunde, denen wir noch nicht begegnet sind." Nach meinen Erfahrungen nehmen die Iren sich dieses Sprichwort immer noch sehr zu Herzen. So habe ich während meinen acht Wochen in Irland nicht nur mein Englisch verbessert und in einer internationalen Umgebung gearbeitet, sondern auch viele neue Freundschaften geschlossen.

Anfang des Jahres habe ich mich dazu entschieden, vor Ende meines Studiums noch ein Auslandspraktikum zu absoliveren. Da ich unbedingt mein Englisch verbessern wollte, war Irland als Zielland direkt unter den Favoriten. Nachdem ich mich für Dublin entschieden hatte und meine Bewerbung abgeschickt war, dauerte es nicht lange, bis ich per Telefon die Zusage bekam. Keine drei Monate später saß ich bereits im Flugzeug auf dem Weg zur grünen Insel. 

Mein Zuhause für die nächsten acht Wochen war ein kleines Reihenhaus etwa sechs Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Neben meiner Gastmutter wohnten während meines Aufenthalts auch noch zwei andere Mädels mit mir im Haus. So hat sich öfter mal die Gelegenheit geboten, mit jemandem zu quatschen oder einen Kaffee zu trinken. Mein Zimmer war zwar nur um die 7 Quadratmeter groß, da ich die Küche und das Esszimmer mitbenutzen durfte, hat mir das allerdings vollkommen gereicht. 

Am Tag nach meiner Auskunft ging es auch schon sofort los mit meiner ersten Arbeitswoche. Mein Arbeitsplatz war das Trinity College, das im Herzen Dublins liegt. Jeden Morgen konnte ich die imposanten Gebäude betrachten und war jeden Tag aufs Neue beeindruckt. Zwar war das Gebäude, in dem mein Büro war, nicht ganz so beeindruckend, trotzdem konnte ich den Anblick jeden Tag genießen.

Mein Arbeitgeber war eine Stiftung, für die ich im Marketing tätig war. Für mein Praktikum hatte ich zwei Vorgesetzte. Zum einen einen Ansprechpartner am Trinity College selbst und zum anderen den CEO der Stiftung. Arbeitsaufträge habe ich ausschließlich vom CEO der Stiftung bekommen. Meinen Vorgesetzten habe ich nur unregelmäßig gesehen, meistens haben wir uns via whatsApp oder Telefon miteinander ausgetauscht. Demnach konnte ich sehr frei und selbstständig arbeiten, konnte mich bei Problemen aber melden. Die Hauptaufgaben bestanden im Planen eines wichtigen Events, dem Überdenken der bisherigen Marketing-Materialien und dem Verwalten verschiedener Marketing Channel.

Meine Kollegen, mit denen ich die Büroräume geteilt habe, hatten zwar nichts mit der Stiftung zu tun, haben mich aber trotzdem alle herzlich aufgenommen. Ab dem ersten Tag wurde ich gefragt, ob ich meine Mittagspause mit ihnen verbringen möchte. Sie waren offen für all meiner Fragen und haben mich wirklich toll integriert.

Ein weiterer Vorteil  an einem Arbeitsplatz im Trinity College -neben dem tollen Anblick- ist die Mitarbeiterkarte, die man bekommt. Damit kann man nicht nur an einigen Orten zahlen oder bekommt Zutritt zu Räumlichkeiten, sondern man darf auch kostenlos das Book of Kells und die Old Library besichtigen und dabei sogar zwei Begleitpersonen mitnehmen. Auch im anliegenden Shop der Universität bekommt man mit der Karte Rabatt.

Vom Trinity College aus sind sehr viele Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichbar. So zum Beispiel das berühmte Temple Bar Viertel. Hier reiht sich ein Pub an das nächste. Neben Bier und Whiskey (und natürlich auch Anti-alkoholischem) gibt es hier öfter tolle Livemusik zu hören.

Nur zwei Gehminuten vom Eingang des Trinity Colleges entfernt, steht die berühmte Statue der Molly Malone. Über sie wird in einem bekannten irischen Volkslied gesungen, das außerdem die inoffizielle Hymne Dublins ist. Hier findet man oft Straßenmusiker, die Touristen und Einheimische mit ihrer Musik begeistern. 

Auch das Dublin Castle liegt in der Innenstadt und kann durch einen kleinen Spaziergang besucht werden. Eine Führung kostet zwar etwas, sich das Gebäude von außen anzuschauen, ist aber kostenlos.

Wenn man etwas im Grünen entspannen und trotzdem in der Innenstadt bleiben will, ist der St. Stephen's Green perfekt. Das ist ein Park mitten in der Stadt. Wie alle Parks in Dublin ist es dort sehr gepflegt und man kann auf einer der Bänke, auf einer Wiese oder einem kleinen Spaziergang entspannen.

Wem St. Stephen's Green nicht reicht, kann zum Phoenix Park. Der liegt zwar etwas außerhalb, ist aber um einiges größer und gehört sogar zu den gröten innterstädtischen Parks Europas. Dort gibt es viele Sportanlagen, den Dubliner Zoo oder das Wellington Monument, das auf dem Foto zu sehen ist. Auch Wildtiere wie Rehe sollen dort öfter zu sehen sein, ich habe aber leider keins zu Gesicht bekommen.

Wer anschließend immer noch nicht genug von Parks und Grünflächen hat, kann Dublins Botanischem Garten einen Besuch abstatten. Hier gibt es neben vielem Grün und den Gewächshäusern auch sehr viele Eichhörnchen zu entdecken. Der Eintritt im Botanischen Garten ist frei, man sollte nur vorher die Öffnungszeiten für den jeweiligen Tag überprüfen.

 

Die letzte Sehenswürdigkeit, die ich hier noch erwähne, ist das Guinness Store House. Dort erfährt man in einem interaktiven Museum alles rund um's Guinness. Ein Besuch dort kann gerne 'mal einige Stunden dauern und endet für gewöhnlich mit einem Guinness (im Preis enthalten) auf der obersten Etage des Hauses mit Blick über Dublin.

Natürlich bietet Dublin noch mehr Sehenswürdigkeiten, aber das waren die, die mir am besten gefallen haben und eben oft auch den Geldbeutel nicht allzu sehr belastet haben.

 

Wer neben Dublin auch etwas von Irlands wunderschöner Lanschaft sehen möchte, sollte eine der vielen Touren buchen. Die erste Tour, die ich gebucht habe, ging zu den Cliff of Moher. Sie sind wohl die bekanntesten Steilklippen Irlands und auf jeden Fall einen Besuch wert. Gerade bei schönem Wetter ist der Ausblick atemberaubend. Auch die Halbtages-Tour nach Glendalough und Wicklow war ihr Geld absolut wert.

Um bei den Touren etwas Geld zu sparen, solltet ihr euren Studentenausweis mit nach Irland nehmen, da es für Studenten ermäßigte Preise gibt.

Wem eine Tour zu teuer ist oder noch wer mehr sehen möchte, kann auf eigene Faust Howth erkunden. Zum Fischerort kommt man einfach und in unter einer Stunde mit der DART oder dem Bus. Dort kann man wandern, Fish & Chips genießen und vieles mehr. 

Zu guter Letzt noch ein kleiner Tipp. Wer alleine nach Dublin gekommen ist und noch niemanden kennengelernt hat, der sollte zum Social Evening der Agentur kommen. Hier lernt man schnell neue Leute kennen, findet vielleicht eine Begleitung für den nächsten Ausflug oder kann sich einfach mal austauschen. Das Foto ist auf meinem Heimweg von einem Social Evening auf der Ha'penny Bridge entstanden und zeigt Dublin bei Nacht.