Multikulti in Toronto

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Zwischen Peruanern, Koreanern, Italienern, Kolumbianern, Spaniern, Ukrainern, Taiwanesen und jeder Menge Brasilianern im fernen Toronto...

Zwischen Peruanern, Koreanern, Italienern, Kolumbianern, Spaniern, Ukrainern, Taiwanesen und jeder Menge Brasilianern im fernen Toronto...

EIGENTLICH (das Wörtchen kennt wohl jeder) wollte ich schon damals nach der Schule auf in die weite Welt und ein paar Wochen im Ausland verbringen. Aber wie das Leben so spielt, kommt dies und das dazwischen und eh man sich versieht, ist man Mitte 30 und hat immer noch nicht den Koffer gepackt.

Bei den GLS Sprachreisen bin ich nach langer Suche endlich fündig geworden und habe diverse Kursmöglichkeiten für Leute meines Alters gefunden. Schließlich war die Schulzeit schon lange in Vergessenheit geraten und auch die Lerngeschwindigkeit und Auffassungsgabe mussten erst wieder angekurbelt werden. Schnell stand für mich die aber Entscheidung fest, dass es für mich nach Toronto geht.

Da ich mitten im Berufsleben stehe, musste ich meinen Aufenthalt leider auf 3 Wochen begrenzen und habe mich daher dazu entschieden in einer Gastfamilie zu wohnen, um so noch besser in das Leben dort Einblick zu bekommen und auch mehr Englisch zu sprechen.

Die größte Aufregung war für mich die Ankunft bei meiner Gastfamilie; ein Pärchen, was selbst vor 20 Jahren aus Peru eingewandert ist. Meine ganzen Befürchtungen und Ängste waren jedoch nach dem herzlichen Empfang sofort verflogen und auch Riesenpudel Emma hat sich gefreut, einen neuen Mitbewohner für die nächste Zeit zu haben.

Sehr hilfreich war, dass mein Gastvater mir am nächsten Tag gleich den Weg zur Schule zeigte und mit mir eine Wochenkarte für die Ubahn und Busse besorgte. Der erste Schultag war somit kein Problem. Erstaunt war ich auch, wie hochtechnisch die Schule ausgestattet war. Kreidetafeln, die ich aus meiner Schulzeit kannte, waren dort Riesenbildschirmen gewichen, die mit dem Internet verbunden waren und auf denen man herummalen und schreiben konnte. Auch der Unterricht war gar nicht mehr so langweilig und öde, wie ich ihn von meinen Lehrern von damals gewöhnt war. Durch den aktiven Lehrstil der Lehrer war man immer mit eingebunden, konnte in Gruppen arbeiten und die Zeit verflog im Nu.

Ein weiterer Pluspunkt der Schule war, dass sie an jedem Tag Ausflüge anbot.

So konnte ich schon direkt am zweiten Tag mit tollen Unternehmungen mit anderen Klassenkameraden starten...

Auch an den Wochenenden wurden immer wechselnde Ausflugsmöglichkeiten angeboten. Natürlich durften da auch die Niagarafälle nicht fehlen.

Bei Tag und auch bei Nacht...

Ich hatte aber auch ein sicheres Gefühl, die Stadt mal auf eigene Fast oder mit netten Mitschülern zu entdecken und erkunden. Und ab und an konnte man sogar ein bisschen "Heimat" entdecken.

Da ich mir zum Glück kurz vor der Reise noch einen internationalen Führerschein besorgt hatte, mieteten wir uns an einem Wochenende einfach ein Auto und erkundeten die Umgebung. Ich war erstaunt, wie hilfsbereit die Menschen in Toronto waren, wenn wir mal nach dem Weg fragten oder einfach nur einen netten Pub suchten.

Und auch nur durch ein nettes Gespräch mit ein paar kanadischen Studenten erfuhren wir von einem tollen Konzert am nächsten Abend. Durch die unkomplizierte Art des netten kanadischen Ticketverkäufers ergatterten wir noch ein paar Karten und verbrachten einen tollen Abend in der Massey Hall.

Durch den "Service" bei meiner Gastfamilie, dass ich mich um mein Frühstück und Abendessen nicht selbst kümmern musste, habe ich erstens jede Menge Geld gespart, welches ich in Ausflüge usw investieren konnte und zweitens auch jede Menge Zeit, da mein "Urlaub" ja begrenzt war und die Stadt soviele sehenswerte Orte und Attraktionen bot.

Leider gingen die drei Wochen viel zu schnell rum und der Abschied fiel nach der schönen Zeit mit meiner Gastfamilie und auch meinen Mitschülern ziemlich schwer. Aber ich möchte die Zeit auf keinenfall missen und kann ENDLICH einen Haken hinter meinen langersehnten Auslandsaufenthalt machen. Als Andenken hängt nun mein Zertifikat an der Wand, welches ich am letzten Schultag in einer feierlichen Zeremonie (mit Nationalhymne) übergeben bekommen habe.

Und auch meine Gastfamilie hat mir eine Woche nach meiner Rückkehr in Deutschland noch eine Email geschickt und mich fürs nächste Jahr mit meinem Freund zusammen zu sich eingeladen...