Eine Woche Paris im November 2021
Im November 2021 verbrachte ich eine Woche in Paris um meine Französischkenntnisse wieder etwas aufzupolieren. Ich wollte nach Paris, da ich bisher immer nur sehr kurz dort war und ein bisschen mehr Zeit dort verbringen wollte um die Stadt intensiver zu erkunden. Paris ist so vielfältig und bietet so viel, die eine Woche war ein perfekter Zeitraum für mich bzgl. der Länge der Sprachreise. Ich hatte das Gefühl, dass ich die Stadt näher kennenlernen konnte, hätte aber auch nicht viel länger dort bleiben wollen. Da ich alleine gereist bin, hatte ich ausgiebig Zeit und konnte in der Woche alles machen, wonach mir der Sinn stand.
Die Anreise von Berlin ausgehend war sehr unkompliziert. Nachdem ich am Flughafen Charles de Gaulle gelandet bin, bin ich mit dem Zug ins Stadtzentrum zum Gare du Nord gefahren. Von dort bin ich dann zu Fuß zu meinem kleinen Hotel im Montmartre gelaufen. Ich hatte mich gegen einen Aufenthalt im Privathaushalt entschieden. Obwohl ich auch als Erwachsene schon in "Gastfamilien" gewohnt habe und so auch schöne Erfahrungen gesammelt habe, wollte ich diesmal etwas mehr Privatsphäre und Ruhe am Abend. Paris ist einfach unglaublich laut und trubelig, sodass ich wirklich froh war, dass ich mich abends zurückziehen konnte. Ich habe die Woche im Best Western Plus Hotel Littéraire Marcel Aymé gewohnt und fand das Hotel wirklich super. Es war sehr klein, aber das Personal sehr freundlich und die Zimmerausstattung mit Bett und kleinem Schreibtisch hat mir vollkommen ausgereicht. Man sollte allerdings bedenken, dass es abends/nachts am Wochenende auch sehr laut sein kann, insbesondere im Sommer, weil die Gegend zum Ausgehen sehr beliebt ist. Die Lage des Hotels war super und ich konnte zu Fuß jeden Tag zur Sprachschule laufen (ca. 25 Minuten Fußweg) und habe von dort aus ausschließlich zu Fuß die Stadt erkundet.
Da ich im November dort war, hatte ich zunächst etwas Sorgen wegen des Wetters. Aber als ich dann vor Ort war, fand ich das Wetter gar nicht schlimm. Man sieht zwar auf den Fotos, dass es oft "grau" war, aber es hat kaum geregnet und die Temperaturen waren weder zu kalt, noch zu heiß. Genau richtig, um den ganzen Nachmittag draußen zu verbringen. Da im November schon alles weihnachtlich geschmückt war und es auch nicht allzu spät dunkel wurde, habe ich wunderschöne Beleuchtungen überall gesehen, etwas, was mir immer besonders gut in der Vorweihnachtszeit gefällt.
Jeden Morgen bin ich die Rue des Martyrs runtergelaufen, wo man sich auf dem Weg zur Schule in einer der zahlreichen Boulangeries ein Croissant oder Baguette zum Frühstück holen konnte. Die Sprachschule befand sich in einem typischen Pariser Gebäude am Boulevard Poissonnière, direkt bei der Metrostation Grands Boulevards. In diesem schönen Gebäude hatte die Sprachschule eine Etage gemietet.
Nachdem ich mich am Montagmorgen bei der Rezeption angemeldet hatte, begab ich mich in einen Raum, wo alle Neuankömmlinge saßen. Wir bekamen dann zuerst einen zweiseitigen schriftlichen Einstufungstest und wurden dann zu zweit zur mündlichen Einstufung gerufen. Mit einer anderen Schülerin gemeinsam sollte ich einen Dialog in einem Geschäft nachspielen. Da ich das letzte Mal Französisch in der Schule hatte und ich vor der Reise auch keinerlei sprachliche Vorbereitung getroffen hatte, war das ein ganz schöner Sprung ins kalte Wasser. Aber die Lehrerin, die die Einstufung vorgenommen hat, war sehr nett und am Ende hat es sogar viel Spaß gemacht, endlich mal wieder Französisch zu "sprechen". :)
Nachdem die Einstufungstests ausgewertet waren, wurde uns mitgeteilt, in welches Klassenzimmer wir gehen sollten. Ich bin in eine bestehende "Klasse" gekommen, in der die meisten SchülerInnen schon seit vielen Wochen unterrichtet wurden. Viele andere TeilnehmerInnen dort blieben wirklich über einen längeren Zeitraum und nur wenige ein oder zwei Wochen, so wie ich. Ich war mit 32 Jahren die Zweitälteste, die anderen SchülerInnen waren ca. 20 - 25 Jahre alt. Ich saß aber neben einer sehr netten Brasilianerin, mit der ich mich gut verstanden habe, und wir haben viele Partnerübungen zusammen gemacht oder in der Pause erzählt. Wir hatten in der Klasse einen wirklich guten Nationaliätenmix und ich war nur eine von wenigen Deutschsprachigen. Allgemein war die Stimmung im Unterricht sehr gut und mich hat der Altersunterschied nicht gestört, da ich wusste, dass ich sowieso nur für eine Woche dort sein würde. Gesessen haben wir im Kreis und die nur sehr kleinen Tische an den Stühlen waren definitiv gewöhnungsbedürftig. Da wir 15 Personen in der Klasse waren, mussten wir recht eng zusammenrücken. Gut, dass ich noch kurz vor Ausbruch der Pandemie dort war!
Da ich einen Standardkurs gebucht hatte, hatte ich 4 Unterrichtsstunden am Tag und pro Woche wurde dort ein bestimmtes Thema unterrichtet. In meiner Woche war das Thema "Leben in der Stadt" und wir haben über Wohnungen und Häuser gesprochen, über Handwerker, über Mietangebote, über die Stadtentwicklung von Paris und die verschiedenen Arrondissements. Ich fand dieses Thema sehr interessant und war froh im Unterricht so viel über Paris zu lernen. Zum Ende der Woche gab es dann einen kleinen Abschlusstest, der benotet wurde. Unsere Lehrerin Isabelle setzte darauf, ausschließlich Französisch zu sprechen. Nachfragen auf Englisch wurden komplett ignoriert, was uns wirklich dazu gezwungen hat Französisch zu sprechen. Isabelle hatte sehr viel Humor und wir haben im Unterricht viel gelacht.
Wenn ich einen Intensivkurs gebucht hätte, dann hätte ich am Nachmittag noch einmal zwei Stunden sog. Ateliers gehabt. Das waren Workshops zu verschiedenen Themen, die vom Standardkurs losgelöst waren.
Nach dem Unterricht bin ich dann von der Sprachschule aus direkt auf meine Erkundungstouren gegangen. Meist habe ich irgendwo am Nachmittag gegessen und habe dann verschiedene Gegenden in Paris erkundet.
An einem Nachmittag bin ich zum Beispiel auf den Eiffelturm rauf und habe die Stadt von oben bestaunt.
An einem anderen Tag bin ich auf das Dach des Kaufhauses Galeries Lafayette gegangen und habe von dort die Aussicht genossen und Sacré-Cœur entdeckt, unterhalb derer sich das Hotel befunden hat.
An einem weiteren Nachmittag war ich im Louvre und an einem anderen habe ich einen Backkurs gemacht, wo ich gelernt habe, Macarons zu backen. Diese kleine französische Köstlichkeit hat es nämlich ganz schön in sich und ist gar nicht so leicht in der Herstellung. Oft war ich aber auch einfach nur Schaufensterbummeln, habe im Supermarkt lokale Produkte angeschaut und habe die französische Kultur und Sprache intensiv aufgesaugt. Zum Ende meines Aufenthalts traute ich mich dann auch beim Bäcker oder im Geschäft Französisch zu sprechen und war ziemlich stolz, als ich sogar verstanden wurde. :) Ich habe das hektische Treiben in den engen Straßen von Paris sehr genossen und habe viele interessante Dinge entdeckt. Natürlich konnte ich auch schon viele Weihnachtsgeschenke besorgen und Sachen genießen, zu denen ich sonst im Alltag meist nicht so viel Zeit habe.
Ich persönlich hätte nicht glücklicher mit meiner Wahl nach Paris zu reisen sein können und kann euch nur empfehlen, unbedingt eine Sprachreise zu machen. Durch den Unterricht in der Sprachschule kommt man in Kontakt mit Muttersprachlern und man taucht doch etwas tiefer in das Land und die Kultur ein, als wenn man rein als Tourist dort ist, der nur Sehenswürdigkeiten besucht. Durch den Unterricht hatte ich fast ein bisschen das Gefühl eines Alltags und mein Zimmer hat sich abends nach "Zuhause" angefühlt. Ich denke noch sehr gerne an diese Woche in Paris zurück und bin sehr dankbar dafür, diese Erfahrung gemacht haben zu dürfen.