Abenteuer Edinburgh

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Guest

Was für ein Abenteuer - ich, 28 Jahre alt, und noch einmal ganz allein im Urlaub. Es gab so viele Fragen: Warum mache ich das? Wie werden die Mitschüler sein? Werde ich mich allein fühlen?

Fangen wir von vorne an ;) 

Ich bin nun 28 Jahre alt, seit 5,5 Jahren in einer festen Beziehung und ehrlich gesagt sehr glücklich. Aber da war immer diese eine Sache, werde ich es bereuen, wenn ich sie nie gemacht habe? Ich war nie Studentin, also auch nie so ganz allein irgendwo und auf mich gestellt. Nun ja, heutzutage hat man doch alle Möglichkeiten. Also nichts wie los! In England war ich schon relativ häufig, aber Schottland? Hm, nö, was ist denn da so los? Edinburgh? Klingt cool - die Sprache beherrsche ich ja, nur im Job beim Telefonieren denke ich manchmal "das geht doch besser!". OK eine Sprachreise nach Edinburgh soll es sein - im Januar gebucht, war alles noch sehr weit weg. Plötzlich war es aber schon August und ich wurde von Tag zu Tag nervöser. Was denke ich mir dabei? Allein - wieso? Ich habe doch Freunde, Familie und vor allem einen tollen Freund. Egal - durchatmen - ich schaffe das doch. Also Koffer gepackt, ab in den Flieger - HALLO SCHOTTLAND, HALLO EDINBURGH.

Ich habe den Shuttleservice vom Flughafen zur Residence gebucht - natürlich, ich bin ja schon "alt" ;)

Geklappt hat das prima. Ich bin angekommen und da stand schon dieser sehr nette ältere Mann - der Name auf seinem Schild war zwar nicht so ganz meiner, sollte es aber sein. Nun ja, er schnappt sich meinen Koffer und auf gehts zum Taxi - ein 6er Auto für mich allein - cool! Was fällt mir auf dem Weg zur Residence am stärksten auf? Es ist unfassbar grün, ein so sattes grün, wie ich es selten gesehen habe.

Auch der Check-Inn klappt hervorragend und vor allem schnell. Also auf ins Zimmer: Ich bin so gespannt. Tür auf und... es ist winzig, sehr winzig. Und so anders als auf den Bildern. Nun ja, ich werde die 2 Wochen schon zurechtkommen. Man kann es sich ja überall gemütlich machen. 

Was mache ich nun? Ich höre Stimmen aus der Küche... und traue mich hinzugehen. Hello, Hello - 4 sehr nette Italiener kochen und quatschen - puh, die scheinen sich alle zu kennen. Alle sind so nett und empfehlen mir noch schnell zum Supermarkt zu gehen, damit ich auch Essen habe. Also zack - wo muss ich nur lang? Im Grunde, und das ist das zauberhafte an der Residence, liegt alles direkt in 5 Minuten zu erreichen: Sainsburys, Tesco, Costa, Starbucks - verhungern wird hier niemand. 

Am nächsten Morgen soll es mit der Schule losgehen - wie komme ich denn da nun hin? Der nette ältere Herr vom Flughafen hat gesagt, dass es mehrere "Neuankömmlinge" gibt und wir uns 8:20 Uhr in der Lobby treffen sollen. Okay, ich sitze also 08:15 Uhr da und warte... und warte... hmm, Mist, so langsam sollte mal jemand kommen. 08:35 Uhr spreche ich einfach jemanden an, wieder eine Gruppe Italiener, puh, sie begleiten mich zur Schule. Es regnet in Strömen - mist! Klitschnass und 20 Minuten später kommen wir in der Schule an (Edinburgh ist so hügelig, gewusst habe ich das nicht!) und werde in einen Raum voller Neuankömmlinge gesteckt. Ich fühle mich relativ "alt" - die meisten sind circa 18-24 Jahre alt, ein paar "Ausreißer" gibt es. Egal, ich werde schon Anschluss finden. Der folgende Einstufungstest klappt prima, das Gespräch mit der "Lehrerin" ist sehr nett und ich lande nur eine Stunde später in der neuen Klasse - einziger Neuankömmling - Mist. Aber so schlimm ist es gar nicht, der Unterricht ist so gestaltet, dass sich alle sehr sehr sehr schnell kennenlernen. Es gibt so viele Spiele, jeder muss mit jedem reden. Und so muss ich keine der Pausen allein verbringen. Es ist immer jemand da, mit dem man bereits gesprochen hat, mit dem man die Erlebnisse teilt, ja, den man quasi "kennt". Das ist großartig. Verstecken oder schlafen ist im Unterricht einfach nicht möglich. Aber das möchte man ja auch nicht, wenn man eine Sprachreise macht. Die ersten Tage schwirrt es in meinem Kopf: So viele Namen, so viele Geschichten, so viel Edinburgh. Die Schule ist großartig gelegen, in New Town, nur 3 Minuten zu Fuss zum Princess Garden - wow - wieder überall alles grün. Auch am Nachmittag ist man nie allein, denn die Schule bietet so viel Programm. Einzige Irritation: Ich hatte Afternoon-Class und wusste nicht so richtig - wohin mit mir. Das sagt einem auch niemand, aber es sind Listen ausgehängt, auf denen man seinen Namen wiederfinden kann ;) Nach 2 Tagen hatte ich den Dreh raus - auch mit den Etagen und Klassenräumen. Die Facilities sind ehrlich gesagt nicht der Kracher, aber nun ja, darüber kann man hinwegsehen. Wichtig und vorrangig sind die Lehrer und die Mitschüler - und die waren wirklich klasse. So klasse, dass ich am kommenden Samstag mich mit 2 Mitschülerinnen (aus Schweden und der Schweiz) für die Highlands Tour verabredet habe. Gebucht wird der Tagestrip über die Schule (Bonus Point) und es klappt problemlos. Empfohlen wurde mir die Reise von meinen italienischen Mitbewohnern aus der Residence. Aber Achtung: Es ist ein Tagestrip - 12 Stunden im Bus - hin und wieder schnell mal Fotos machen - rein in den Bus. Wir haben wirklich jedes Wetter miterlebt - typisch schottisch alle Jahreszeiten in 12 Stunden. Dieser Trip war mein absolutes Highlight neben so vielen weiteren.

Und als Harry Potter-Fan (ja ich stehe dazu) ein absolutes Muss! Die spannenden Geschichten rund um Schottland waren einfach unglaublich!

Das Valley of the Tears - beim Anblick der Bilder möchte ich zurück!

Und was macht man so am Nachmittag? Ich war so viel zu Fuss unterwegs, wie in meinem ganzen Leben noch nicht. Warum wusste ich nur vorher nicht, wie schön und abenteuerlich Edinburgh ist? Es gibt so viel zu sehen und zu erleben. Natürlich hilft es auch, während des Fringe Festivals da zu sein, aber ich möchte unbedingt auch einmal zurück, wenn die Stadt nicht so überlaufen ist. Es gibt die schönsten kleinen Cafés in Edinburgh, wenn man alles einfach mal sacken lassen möchte, es gibt tolle Restaurants und Pubs zum Essen, aber es gibt noch so viel mehr. Auf dem Weg zur Schule hat man den Blick auf den Fjord - wow! Das Scotish National Museum ist ein Abenteuerspielplatz für jedes Alter! Direkt nebenan ist das Elephant House - Harry Potters Geburtsort ;)

Und vom Scott Monument hat man einen atemberaubenden Ausblick auf die wunderschöne Stadt (Eintritt 5 Pounds - nichts für Klaustrophobiker!).

Und last but not least: Arthurs Seat - wow! Wie schon angemerkt, ich hatte vor meiner Anreise keine Ahnung davon, wie hügelig Edinburgh ist. Aber ein schöner, ausgelassener Hike bei fantastischem Wetter, dieser Ausblick - das war atemberaubend und jede Anstrengung wert!

Ich bin so glücklich, diese Reise gemacht zu haben. Zu keiner Stunden habe ich mich einsam gefühlt, es war immer jemand da, mit dem man Edinburgh erkunden konnte. Manchmal wollte ich allein sein und auch dann war es absolut spannend und schön.

Die Schule ist wirklich klasse, die Residence ist ok. Warum nur ok? Die Zimmer sind wirklich klein, geputzt wird nicht (obwohl es für 1x die Woche angedacht war) und die Küche sieht aus wie bei Hempels unter dem Sofa. Mir ist klar, dass alle aus der Wohnung dafür verantwortlich sind, aber ja, der Müll könnte bei den Preisen auch vom Residence-Personal entsorgt werden. Vor allem, wenn man nicht weiß (eine Einleitung gibt es nicht), wo die Mülltonnen stehen. Aber irgendwie hat das auch die Reise, die Erfahrung ausgemacht!

Für mich war es eine absolute Traumreise, ich habe brillant abgeschalten und konnte meinen Alltag weit weg vom Alltag so sehr genießen. Die Menschen sind hervorragend und die Stadt ist unbeschreiblich. Ich komme auf jeden Fall wieder, denn wenn ich bisher einen Fehler gemacht habe, dann war es der Schottland zu unterstützen. Dieses Land hat so viel zu bieten. WOW!

Dean Village - so so so süß!

Loch Ness - strahlender Sonnenschein! Und generell: Das Wetter war bis auf meinen ersten Tag grandios!!!

DANKE!!!