3 wunderbare Wochen in Jordanien

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In 3 Wochen habe ich ein sehr spannendes Land kennengelernt, viele nette Menschen getroffen und nebenbei auch noch eine neue Sprache gelernt.

Mit quasi keinen Arabischkenntnissen bin ich voller Vorfreude nach Jordanien geflogen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Zum Glück war ich nicht die einzige Sprachanfängerin. Nach dem Eintufungstest am ersten Tag wurde ich einer Gruppe mit drei anderen TeilnehmerInnen aus Italien, Großbritannien und den Niederlanden zugeteilt. Wir hatten eine sehr nette und engagierte Lehrerin, die uns in den nächsten Wochen ganz geduldig zunächst die arabische Schrift und dann erste Wörter und Sätze beigebracht hat.

Der Unterricht fand von Sonntag bis Donnerstag jeweils von 9 bis 13 Uhr statt. Die Klassenräume waren groß und hell und es gab auch eine Cafeteria für den morgendlichen Kaffee. Außerdem gab es Arbeitsplätze und Gruppentische, an denen wir oft gesessen und unsere Hausaufgaben gemacht haben. Alle Lehrerinnen und Mitarbeiterinnen der Schule waren sehr freundlich und haben sich aufmerksam um uns gekümmert. Besonders beeindruckend fand ich, dass sie schon am zweiten Tag alle unsere Namen kannten...

An zwei Nachmittagen hat die Schule Kurse organisiert, an denen wir teilnehmen konnten. In einem Kurs haben wir arabische Kalligrafie kennengelernt und im anderen Kurs haben wir Henna-Tattos bekommen (auf das ich leider allergisch reagiert habe, schön sah es aber aus..).

An den anderen Nachmittagen habe ich viel mit den anderen TeilnehmerInnen unternommen, die alle etwa in meinem Alter waren. Wir haben uns die Stadt angeschaut, die Fußball-WM geguckt, lokale Spezialitäten probiert, ein Hammam besucht oder einfach zusammengesessen.

An den ersten beiden Wochenende hat die Schule freiwillige Ausflüge organisiert. Das war sehr praktisch, weil wir uns nicht um den Transport kümmern mussten. Es gibt in Jordanien zwar auch öffentliche Busse, aber das war, vor allem am Anfang, schwierig zu durchschauen. Wir sind also in einem kleinen Bus zusammen nach Petra und Wadi Rum gefahren. Dort in der Wüste habe ich die spektakulärste Nacht meines Lebens verbracht; in einem (ziemlich luxuriösen) Beduinencamp unter einem unglaublichen Sternenhimmel. Am nächsten Morgen haben wir eine Jeeptour durch den Sonnenaufgang gemacht und sind auf Kamelen geritten.

Am zweiten Wochenende sind wir, wieder von der Schule organisiert, nach Jerash gefahren und haben beeindruckende römische Ruinen bestaunt.

Selbst organisiert haben wir noch eine Fahrt ans Tote Meer und in die Stadt Madaba mit ihren berühmten Mosaiken.

Ich habe in den drei Wochen bei einer Gastfamilie gewohnt. Die Eltern hatten schon erwachsene Kinder, die zum Teil mit ihren eigenen Kindern mit im Haus gelebt haben. So war immer viel Trubel, aber auf eine angenehme Art. Alle waren sehr freundlich zu mir und hilfsbereit. Sie haben für uns Bustickets gebucht oder im Hammam für uns reserviert. Fast alle sprachen sehr gut Englisch und haben sich gerne mit mir unterhalten.

Ich war sehr froh über meine Entscheidung in einer Gastfamilie zu wohnen. So habe ich viel über das Land und das alltägliche Leben erfahren und traditionelles arabisches Essen bekommen. Ich konnte mit ihnen außerdem meine neu erlernten arabischen Sätze üben und wurde sogar mit auf eine Hochzeit mitgenommen (eine sehr interessante Erfahrung!).

Unsicher war ich mir vor meiner Abfahrt vor allem wegen der richtigen Kleidung. Nach Meinung meiner Gastmutter sollte die Hose bzw. der Rock mindestens bis zum Knöchel gehen, T-Shirts mit kurzen Ärmeln seien okay. Wenn ich in der Stadt unterwegs war, hatte ich aber meistens noch eine Bluse oder dünne Jacke an, um nicht ganz so sehr aufzufallen. Die meisten Jordanierinnen tragen ein Kopftuch, aber auch nicht alle. Sie tragen aber alle lange Ärmel und Hosenbeine bzw. Röcke. In den stark klimatisierten Räumen war ich im Übrigen froh, noch etwas überziehen zu können. Anders sah es an touristischen Orten wie Petra aus. Dort kümmern sich viele Touristen nicht um derartige Konventionen und tragen Shorts und Minikleider...

Insgesamt hatte ich eine wunderbare Zeit voller neuer Eindrücke, an die ich mich noch lange erinnern werde. Ich kann jedem und jeder nur empfehlen, in dieses spannende, gastfreundliche und wunderschöne Land zu fahren!