Temple Bar in any case

Reportage von

Auf meine Reise-Gang war Verlass! Wie immer bei GLS habe ich durch den Sprachkurs ganz besondere Menschen kennengelernt, die mir meine Zeit in Dublin verzaubert haben.

Die Anreise

Ich bin an einem Sonntag in Irland angekommen. Für mich war es die zweite Reise auf eigene Faust und mein Kredo ist: immer die Ruhe bewahren und sich auf die Nächstenliebe der Menschheit verlassen. Und wo könnte man dies besser als in Irland. Den Flug habe ich unabhängig von GLS gebucht und am Flughafen angekommen hat mir jeder, den ich angesprochen habe geholfen, sodass ich problemlos mit dem Bus zum Ort meiner Gastfamilie gekommen bin. Dort wurde ich von Jean, meiner Gastmutter abgeholt und konnte zum ersten Mal die komische Erfahrung machen, auf der linken Seite im Auto als Beifahrer mitzufahren.

 

Unterkunft/ Gastfamilie

Der Aufenthalt bei meiner Gastfamilie bildet sozusagen das Herz meiner Reise. Jean und ihr Mann sind so warmherzige Menschen, dass es sich immer angefühlt hat, wie nach hause zu kommen wenn ich nach einem aufregenden Tag in der Stadt nur noch ins Bett wollte. Ich hatte ein kleines beschauliches Einzelzimmer, in dem ich mich wohl gefühlt habe. Zugegebenermaßen war es manchmal etwas kalt, besonders an das kalte Wasser in der Dusche musste ich mich gewöhnen. Aber auch das ist mal eine Erfahrung und die Wärme kommt eh aus dem Herzen. Während meiner Zeit wohnte auch ein brasilianischer Student bei meiner Gastfamilie, der in die selbe Sprachschule ging wie ich. Jeden Morgen hat Jean Frühstück für uns zubereitet und abends gabs ein bodenständiges Abendessen. Das Essen war es nicht aber die Gespräche mit Jean haben jedes Abendessen zu etwas Besonderem gemacht. Meine Gastfamilie hat in einem Vorort von Dublin gewohnt, sodass ich jeden Morgen mit meinem Mitbewohner mit dem Bus etwa eine dreiviertelstunde ins Stadtzentrum von Dublin gefahren bin. Das Zahlungsmittel für den Bus war eine aufladbare Karte, die das Busfahren sehr unkompliziert gemacht hat. 

Die Sprachschule

 

Die Sprachschule befand sich im Nordosten der Innenstadt von Dublin. Sie war relativ klein und voll von motivierten multikulturellen Sprachschülern. Die Schüler kamen von allen Kontinenten. Die erste Aktion nach Ankunft in der Sprachschule war ein Einstufungstest inklusive kurzem Interview. Danach wurden wir in Sprachniveaus eingeteilt und direkt in unsere Klasse geführt. In meiner Klasse waren Leute aus Brasilien, Mexico, Frankreich, Japan, Polen, Italien und Spanien. Mein Lehrer war Ire. Der Unterricht hat ausnahmslos an jedem Tag sehr viel Spaß gemacht, es gab immer viel zu lachen. Mein Englisch konnte ich theoretisch und vor allem praktisch verbessern, indem wir uns zwischen den Sprachen immer auf Englisch 'getroffen' haben. Daneben konnte ich aber auch etwas über verschiedene Kulturen lernen, was ich fast noch wertvoller finde als die sprachliche Weiterentwicklung. 

Freizeit

Und jetzt zu dem Highlight meiner Reise: meine Reisegruppe. Durch eine Stadtführung am ersten Tag, die durch die Sprachschule für die Neuankömmlinge organisiert wurde, lernte ich 11 Menschen aus drei verschiedenen europäischen Ländern kennen, die mir bis heute im Herzen geblieben sind. Wir waren alle sehr unterschiedlich, haben uns aber in unserer Offenherzigkeit getroffen und tolle Erinnerungen geschaffen. Fast jeden Abend gingen wir im Pubviertel 'The Temple Bar' etwas trinken, erlebten schöne Stunden bei Live-Musik im Pub und erkundeten die Stadt bei verschiedenen Ausflügen immer mehr. Wir waren im Guiness Store House, im Museum, hatten ein typisch brittisches Frühstück, waren shoppen, haben einen Spaziergang durch Dublin Park und ein paar Ausflüge in die Natur gemacht, die durch die Sprachschule organisiert wurden. Auf eigene Faust sind wir zusammen quer durch Irland zu den Cliffs of Moher und nach Galway und in das nahe Dublin gelegene Naturschutzgebiet 'Wicklow Mountains' gefahren. Es war eine tolle Zeit mit guten Gesprächen und neuen Ansichten, die ich definitiv nicht missen will. Bis heute haben wir Kontakt und bei weiteren Reisen habe ich einige wieder getroffen. 

Der spielend leichte Kontaktaufbau mit Gleichgesinnten macht für mich das Besondere einer Sprachreise aus. Entgegen der Sorge, allein zu bleiben habe ich vor allem auf Reisen, die ich ohne Begleitung unternommen habe erlebt, wie leicht ich durch die Sprachschule Leute kennenlernen kann, mit denen ich mich wohl fühle.