Surfen und Französischkurs in Biarritz

Reportage von
Gast

Ein Frühherbst im Süden Frankreichs. Surfen und Französisch lernen im baskischen Biarritz. Eine tolle Zeit, die deshalb viel zu schnell vorbei ging.

Ankunft in Biarritz. Auf einem winzig kleinen Flughafen beginnt mein herbstliches Abenteuer: eine Sprachreise nach Südfrankreich, um Französisch und Surfen zu lernen.

Platten- neben Alt- neben Neubau. Biarritz hat ein vielseitiges Gesicht und zeigt Prunk und Wohlstand Tür an Tür mit Funktionalität und Zweckmäßigkeit.

Ende September: Sonnenbaden am Grande Plage.

Gleicher Standort um 180° gedreht: Die Strandhäuschen machten in 1930er Jahren Ostende bekannt, heute stehen sie in dieser französischsprachigen Stadt. Im Hintergrund das Hôtel du Palais. Von Napoleon III. mitte des 19. Jahrhunderts für seine Gemahlin erbaut, dient es heute als Grand Hotel. Hier kehrte neben Sissi das Who-is-Who der europäischen Adelshäuser ein.

Auf meinem 20-minütigen Fußweg zur Sprachschule begegne ich immer wieder tierischen Weggefährten. Für mich ein freudiger Beweis, dass Biarritz vielseitiger ist als das glamouröse Image, wie es in Centreville und am Grande Plage zelebriert wird. Bei schlechterem Wetter nehme ich den Bus, der 10 Minuten fährt.

Das  Gebäude der Sprachschule. Insbesondere diejenigen, die des Surfens wegen in Biarritz sind, kommen aus ganz Europa mit dem Auto in die Stadt und sogar zur Schule. Das Gebäude hat Platz für ca. 10 Klassenräume. Während es im Sommer mit bis zu 150 Schülern richtig vollgepackt gewesen sein soll, war es im Herbst angenehm, die alte Villa zum Lernen, Lesen und Ausflüge planen zu nutzen.

Im Wohnzimmer der Schulvilla: Jeden Freitag bereitet eine Klasse Snacks mit nationalen und regionalen Spezialitäten vor.

Ausflug mit Schulfreunden: Hier nach dem Wildwasserrafting in den baskischen Gebirgen.

Rugby ist im Baskenland „Nationalsport“. Biarritz Olympique ist ein prestigeträchtiger Verein, der in den letzten Jahren oft die französische Meisterschaft gewonnen hat. Die Trikots gehören deshalb zum Stadtbild.

Ein Besuch in Bayonne. Viele kleine Gassen und ein großer Münster versprühen Charme. Bayonne ist ein Nachbarort und dabei wesentlich weniger touristisch als Biarritz. Deshalb umso authentischer.

 

 

Das samstägliche Markttreiben ist immer wieder ein Event. Während im Vordergrund geschrien und gefeilscht wird, läuft im Hintergrund französischer Jazz und Anwohner und Besucher schwingen schon nachmittags das Tanzbein.

Erste Versuche auf dem Surfbrett. Obwohl nicht mit viel Talent gesegnet, macht der Sport mich doch sofort süchtig. Die Surf Kurse kann man direkt über die Sprachschule buchen und es gibt eine Nachmittagsgruppe für die Sprachschüler. Biarritz ist wie die gesamte südfranzösische Atlantikküste für seine Surftauglichkeit bekannt und das merkt man: An der südlich vom Grande Plage liegenden Côtes des Basques sind Schwimmer mit Abstand in der Unterzahl.

Am Wochenende dann ein Ausflug nach Saint-Jean-de-Luz. Ein kleines Fischerdorf kurz vor der spanischen Grenze. Von dort kann man am Meer entlang bis zur  Grenze in ca. drei Stunden laufen.

…und dabei an historisch bedeutsamen Wohnhäusern vorbeischlendern

 

 

Ein baskisches Speisefestival auf dem Weg zwischen Saint-Jean-de-Luz und Hendaye. Große Panoramen und Wasserfronten säumen die Strecke und zeigen das Baskenland von seiner ganzen Schönheit und Brachialität.

Das Festival erstreckt sich auch auf Schloss Abbadie. Ein im 19. Jahrhundert errichtetes Schloss, das heute im Eigentum der französischen Akademie der Wissenschaften steht und als Museum genutzt wird.

Biarritz verabschiedet sich, wie ich es kennengelernt habe: Mit warmem Sonnenschein und einem Surftag, nachdem das Wasser aus der Nase läuft und der salzige Geschmack auf Haut und Lippen sagt: Komm bald wieder.