Meine Erfahrung mit der Sprachschule in der 43th Street
Erste Überlegungen
Ich hatte vor einiger Zeit schon das Vergnügen gehabt ein Auslandssemester in den USA zu machen. Da ich Land und Leute liebe, wollte ich in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zurückzukehren und habe mich dieses Mal für die Ostküste entschieden. Den Sprachkurs habe ich gewählt, um mein bereits eingeschlafenes Englisch wieder zu erwecken und Leute kennenzulernen. Warum ich mich für die Sprachschule in der 45th Street entschieden habe? Erstens, weil diese Sprachschule in New York über einen wirklich exzellenten Ruf verfügt und Zweitens habe ich eine Schule gesucht in der der Altersdurchschnitt schon etwas höher liegt.
Anreise & Unterkunft
Ich kann einen Direktflug für ein paar Euros mehr mit der Lufthansa nur empfehlen. Das Flugzeug landet in Newark, New Jersey. Von da aus gibt es einige Shuttleverbindungen nach Manhattan (einfach mal auf der HP des Flughafens stöbern).
Die Unterkünfte direkt in Manhattan haben unglaubliche Preise, da kann es schon mal sein, dass ein 6m ² Zimmerchen um die $1400 kostet. Ich habe mich daraufhin selbst um eine günstigere Unterkunft außerhalb von New York City gekümmert und bin bei einem netten Ehepaar mittleren Alters im schönen Hartsdale untergekommen. Die Beiden (selber Weltenbummler) nehmen schon seit Jahren mehrere Gastschüler, Studenten oder Reisende auf. Ich hatte dort alles was man braucht und habe dafür den etwas längeren Weg zur Schule in Kauf genommen.
Die Schule hat zwei Standorte einmal in der 43th Street und einen in der 45th Street. Ich hatte ausschließlich Unterricht im Gebäude der 43th Street, das gerade mal 8 Gehminuten von der Grand Central Station entfernt ist.
Für den Preis den ich gezahlt habe hatte ich einiges erwartet und bin auch nicht enttäuscht worden. Das Gebäude ist von innen sehr gut renoviert worden und sehr modern eingerichtet. Die Räumlichkeiten sind sauber und gepflegt.
Das Personal war sehr freundlich und hat mich sehr nett empfangen. Der Einstufungstest findet am ersten Tag statt und dauert ungefähr eineinhalb Stunden. Ich würde sagen, dass der Test sich auf einem Oberstufenniveau befindet und das Ganze dabei auch nicht sonderlich schwer zu bewältigen ist. Am Nachmittag bekommt man dann bescheid für welches Kurslevel man eingeteilt wurde, dazu werden auch die Bücher zu dem jeweiligen Kurs ausgehändigt.
Der Unterricht
Mein Unterricht fand immer morgens von 9:30 – 13:20 Uhr statt. Es kann aber auch sein, dass man nachmittags Unterricht hat, je nachdem wie voll die unterschiedlichen Kurse sind.
Die Lehrer sind sehr kompetent und verfügen teilweise selber über viel Auslandserfahrung, daher sind sie anderen Kulturen gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Qualität der Lehrer wird streng geprüft, da kann es auch schon mal sein, dass die Chefin persönlich einer Unterrichtsstunde beiwohnt und den Verlauf unter die Lupe nimmt.
Der Unterricht konzentriert sich eher selten auf Aufgaben aus den Büchern, sondern fordert sehr viel Eigeninitiative in Gesprächsrunden, Gruppenarbeit und Referaten. Dies kann eine sehr gute Chance sein, besonders um die eigene Aussprache zu trainieren. Bei einer Kursgröße von gerade mal 10 Schülern läuft das Ganze auch relativ reibungslos ab. Meine Mitschüler kamen von überall her, besonders viele kamen aus Brasilien und Asien. Die Leitung achtet dabei darauf, dass die Kurse möglichst gemischt bleiben und nicht zu viele Leute aus gleichen Ländern zusammen sitzen, um nicht ständig in die Muttersprache zurück zu verfallen ;). Ob Schüler, Studenten, Hausfrauen oder Berufstätige wir waren alle ein bunt gemischter Haufen.
Nach zwei Stunden Unterricht gibt es immer ein 25 minütige Pause. In der ihr euch kostenlos Wasser in der Student Lounge holen könnt. Heißgetränke und Snacks kosten $1.
Freizeit
Diese Schule hat eines der besten Freizeitangebote NYCs. Es gibt viele Workshops und auch Wochenendausflüge nach Boston, Washington D.C. und Philadelphia. Ich selber habe an einem American Slang Workshop teilgenommen, weil ich mehr Vokabeln der Amerikanischen Umgangssprache lernen wollte. Der Workshop hat viel Spaß gemacht und ich konnte einiges mitnehmen. Es lohnt sich also.
Ebenfalls habe ich an dem Tagesausflug nach Philadelphia teilgenommen. Die Stadt hat einen hohen Stellenwert in der amerikanischen Geschichte. Besonders der Besuch der Independence Hall wo die Unabhängigkeitserklärung verfasst und unterschrieben wurde war sehr interessant. Ihr bekommt eine kleine Führung durch das Gebäude und viel Wissenswertes vermittelt.
Das Mittagessen findet in einem zur Independence Hall benachbarten Shopping Mall statt. Es gibt ein traditionelles Philly cheesesteak. Nach dem Mittagessen habt ihr ein paar Stunden Freizeit in der ihr die Stadt selbst erkunden könnt. Die Liberty Bell könnt ihr euch kostenlos ansehen, allerdings solltet ihr eine längere Wartezeit wegen der Sicherheitskontrollen mit einkalkulieren.
Das Betsy Ross Haus indem die erste amerikanische Flagge genäht wurde könnt ihr von der Independence Hall aus fußläufig erreichen. Das Haus gewährt euch außerdem einen Einblick in den Einrichtungsstil des 17.Jahrunderts. Der Eintritt kostet für Schüler und Studenten der Schule $4.
Natürlich hat euer Kursort New York City auch einiges zu bieten. Ich kann besonders einen Ausflug nach Liberty Island und Ellis Island empfehlen. Die Fähre fährt ab South Ferry zu der ihr ganz bequem mit der Subway #1 Downtown kommen könnt. Bitte beachtet, dass ihr nur in die ersten fünf Wagen der Subway einsteigt. Das Ticket kostet für Erwachsene $18 inkl. Audiotour und am besten macht ihr euch wieder auf längere Wartezeiten wegen der Sicherheitskontrollen gefasst. Ellis Island ist im Moment wegen Verwüstungen durch Hurrikane Sandy größtenteils gesperrt (Stand März 2014) was ich als sehr schade empfunden habe, aber trotzdem könnt ihr die Haupthalle besichtigen und draußen den atemberaubenden Blick auf Manhattan genießen.
Wenn ihr euch für Kultur interessiert geht doch noch in das American Museum of Natural History oder in das Metropolitan Museum, denn diese beiden Museen nehmen nur eine Spende als Eintritt.
Für Shopping Fans kommen in Midtown Manhattan noch diverse Einkaufsstraßen mit dazu, in denen ihr auch inkl. der Sales Tax günstig Kleidung und Kosmetik kaufen könnt. Frische Lebensmittel und Restaurants sind dagegen sehr teuer und wir Mädels haben uns oft eine Mahlzeit geteilt.
Mein Fazit
Wegen der Semesterferien musste ich im März/April anreisen, während meines Aufenthalts herrschten teilweise noch eisige Temperaturen, trotzdem habe ich meinen 5 Wöchigen Aufenthalt sehr genossen. Die Schule kann ich jedem weiterempfehlen, der besonders seine gesprochene Sprache verbessern möchte. Das vacation and learn Programm könnt ihr ohne Visum besuchen und ist ideal um nebenbei noch die Stadt zu erkunden.
Wenn ihr euch für New York entscheidet wünsche ich euch viel Spaß!