Vier Wochen vormittags Englisch lernen und nachmittags die Stadt unsicher machen. Meine Erfahrungen und Empfehlungen.
Hallo, mein Name ist Clara und ich bin gerade frisch zurück von meinem vierwöchigen Sprachkurs in Edinburgh. Und ich kann euch sagen: das waren definitiv die vier besten Wochen meines bisherigen Lebens!
(Blick von Princess Street zur Castle)
Edinburgh ist Schottlands Hauptstadt, aber viel kleiner als Glasgow. Durch die typisch schottische Architektur mit den unverputzten Hauswänden aus großen grauen Steinen fühlt man sich nicht nur in ein anderes Land versetzt, sondern auch in eine andere Zeit.
(Princess Street Gardens, die Altstadt und Zentrum trennen)
Dennoch ist Edinburgh eine Fusion von Alt und Neu, denn die Royal Mile, die durch die Altstadt führt und an deren Ende Edinburgh Castle thront, liegt direkt oberhalb von Princess Street, die zentrale Straße der modernen Innenstadt, wo man zwischen den schottischen Buch- und Shortbreadläden auch die herkömmlichen Kleidershoppingmöglichkeiten findet. Die Vielfältigkeit ist räumlich so komprimiert, dass man überall von der Sprachschule aus in zehn bis fünfzehn Minuten ist.
(Blick von der Burg auf die Stadt)
Meine Schule Edinburgh Language Centre - Experience English war in der Parallelstraße zur Princess Street, der George Street. Die Schule war in einem Altbau, gut ausgestattet mit Computern und Internetzugang, einem vielfältigen, freiwilligen Nachmittagsprogramm und sehr fähigen, netten Lehrern, die auch gern auf die Wünsche ihrer Schüler eingehen. Die Schüler sind aus allen Altersklassen und Ländern, da aber sowieso nur Englisch gesprochen wird, verschmilz man sofort zu einer Gruppe und findet schnell neue Freunde.
(Blick aus meinem Klassenzimmer)
Da ich 20 Unterrichtseinheiten pro Woche gebucht hatte, ging mein Unterricht jeden Tag von neun bis um eins, was genau die richtige Länge zum Lernen war, und gleichzeitig optimal Zeit ließ, um die wunderschöne Stadt zu erkunden
Einer meiner Ausflüge ging zum Beispiel in den Botanischen Garten. (Dieser hat genau wie fast alle Museen kostenlosen Eintritt.)
(Roch Gardens im Botanischen Garten)
Auch abends hat Edinburgh einiges zu bieten. So reiht sich ein Pub nach dem anderen die Straßen entlang. Da ist für jeden etwas dabei: von live Folk Music bis zur Sportsbar. (Nicht zu vergessen ist die Studentenermäßigung auf Getränke.) Das öffentliche Verkehrssystem ist übrigens so gut vernetzt, dass man auch noch nachts gut zurück in die Wohngebiete außerhalb kommt.
Ich hatte über GLS eine Gastfamilie vermittelt bekommen. Das bedeutete eine zwanzigminütige Busfahrt jeden Morgen, war das Ganze jedoch definitiv wert. Das Rentnerpaar, bei dem ich gewohnt habe, war unendlich nett, hat mich mit der schottischen Küche vertraut gemacht (mh, Haggis – lecker!) und mir die Möglichkeit gegeben, meine englischen Konversationsfähigkeiten zu verbessern.
Für Harry Potter Fans ist Edinburgh natürlich ein Muss, immerhin lebt JK Rowling noch hier und das berühmte Café Elephant House, in dem sie vor zwanzig Jahren geschrieben hat, ist auch hier. (Empfehlenswert ist ein Mallow Delight, heiße Schokolade mit Marshmallows. Wifi gibt es aber nicht.)
(Armchair Books – einer der Secondhand Buchladen am Grassmarket)
Um die Ecke vom Elephant House ist der Grassmarket. Für Leseratten ist diese Umgebung empfehlenswert, dort gibt es billige Secondhand Buchläden, und übrigens auch die frittierten Mars Riegel, die wirklich lecker schmecken.
(Blick von Arthur’s Seat aufs Meer)
Nicht zu vergessen ist die Landschaft, die Edinburgh umgibt. Einerseits Arthur’s Seat, ein Berg der sich in einer Dreiviertelstunde besiegen lässt und eine spektakuläre Sicht auf die Stadt verspricht und das Meer, dessen Strand bei gutem Wetter mit Italien zu verwechseln ist.
Wem Arthur’s Seat zu hoch ist, der kann am Abend in zwei Minuten auf Calton Hill gehen und den Sonnenuntergang bestaunen.
(Sonnenuntergang auf Calton Hill)
(Blick aufs Meer von Calton Hill)
Abschließend kann ich nur sagen, dass Edinburgh dank seiner Vielfältigkeit wirklich für die unterschiedlichsten Personen ein Paradies ist. Ich selbst werde auf jeden Fall so schnell wie möglich zurückkehren.