Ein Sprachurs in Cusco ist etwas ganz besonderes. Zwischen beeindruckenden Inka - Ruinen und postkolonialen Vermächtnissen stockt einem nicht nur aufgrund der Höhe der Atem.
Im Zuge meiner Vorbereitungen für eine dreiwöchige Peru- und Bolivienreise beschloss ich, einen Teil meiner Freizeit dort in einen Spanischkurs zu investieren. Ich war kurz vorher schon ohne entsprechende Sprachkenntnisse durch die Karibik gereist und hatte gemerkt, dass man einfach viel näher an der Bebvölkerung wäre, wenn man zumindest ein paar Worte Spanisch mit Ihnen wechseln könnte.
Meine Wahl fiel auf Cusco, da ich der Meinung war, dass man hier eine Woche lang am Stück bleiben konnte, ohne, dass es langweilig wurde - und so war es auch.
Meine Anreise nach Cusco gestaltete ich nicht über den Luftweg, was deutlich angenehmer ist, sondern nahm den beschwerlichen Landweg von Lima aus kommend mit dem Bus auf mich. 22 Stunden dauerte die Überfahrt über die Anden!. Dies hatte allerdings auch einen Vorteil: man hatte genug Zeit, sich an den Höhenunterschied zu gewöhnen. Cusco liegt auf 3.400 Metern mitten in einem Talkessel (wobei sich die Häuser aus der Peripherie auch die Berge hinauf hangeln) und die Luft ist hier doch etwas dünner als bei uns in Deutschland. Ich kann jedem also nur raten, sich genug Zeit zum akklimatisieren zu lassen.
In Cusco selbst merkt man schnell den Enfluss, den die spanischen Kolonaliherren auf die Stadt hatten. Das Erbe der Inka ist nur noch in Bruchstücken zu erkennen, dafür blühen die Koloniabauten noch nahezu im alten Glanz.
Die Stadt ist mit ca. 350.000 Einwohnern zwar schon fast eine Großstadt aber es geht doch alles relativ ruhig zu. Im Zentrum reihen sich die Reiseagenturen aneinander, die Touren zu Machu Piccu, den Rainbow-Mountains und anderen regionalen Sehenswürdigkeiten anbieten. Es gibt eine super Auswahl an Restaurants und günstigen Hostels. Cusco hat zudem mehrere Supermärkte und den authentischen Lokalmarkt, San Pedro, auf dem es so gut wie ALLES günstg zu kaufen gibt.
ich entscheide mich bei meinem Aufenthalt für das Inka Wild Hostel, nur 10 Gehminuten von der Sprachschule entfernt. Mein Gedanke dabei ist, dass ich so neben den anderen Sprachschülern noch mit anderen Backpackern in Kontakt kommen und so noch mehr Möglichkeiten habe, neue Leute kennen zu lernen.
Meine Sprachschule befindet sich im Herzen Cuscos in unmittelbarer Nähe zum Plaza de Armas in einer Seitenstraße. Trotz der Nähe zum (Touristen-) zentrum bekommt man in der Schule selbst nichts vom Verkehrslärm mit. Ungestörtes Lernen ist garantiert.
Mein erster Tag beginnt mit einer Einstufung, danach beginnt mein Unterricht. Die Klassen sind super überschaubar und familär, wir sind in meinem Kurs nur zu fünft. So ist das Lernen super effektiv und man kommt oft zu Wort. Der Unterricht findet für mich als Einsteiger vier Stunden lang Morgens von 08.30 Uhr bis 12.30 Uhr statt. Nach zwei Stunden bekommen wir immer einen anderen Lehrer. Bei mir wechseln sich Rodolfo und Arelie ab, beide sind sehr nett und gestalten den Ubterrichtsstoff individuell aber so, dass es auf dem Stoff des Anderen hervorragend aufbaut.
Der Unterricht ist sehr effizient Bereits nach drei Tagen ohne Vorkenntnisse kann ich einer spanischsprachigen Stadtführung folgen und einfache Unterhaltungen mit dem Tourguide führen. Im Hostel und mit Einheimischen kann ich meine Spanischkenntnisse vertiefen und das Gelernte weiter anwenden.
Nach zwei Stunden gab es immer eine Pause von zehn Minuten. In dieser Zeit konnte man entweder im gemütlichen Innenhof der Schule ein paar Sonnenstrahlen einfangen..
..oder sich bei schlechtem Wetter im Aufenthaltsraum einfinden. Hier kann man auch den Unterrichtsstoff in Ruhe vor- und nachbereiten.
Selbstverständlich stand es jedem Schüler auch frei, sich ins Getümmel der Stadt zu stürzen und noch ein paar Einkäufe zu erledigen oder auf den Stufen der Kathedrale einen Kaffee zu trinken.
Um 13.30 Uhr (südamerikanischer Zeitrechnung, also nicht immer pünktlich;)) wurde für die Schüler ein Mittagessen angeboten. Hierfür musste man sich rechtzeitig bis 11 Uhr morgens in ein Formular eingetragen haben.
Für Diejenigen, die Ihre Unterkunft auch in der Schule hatten, war das Essen inbegriffen. Ich als "Externer" durfte für 10 Soles (ca. 2,40€) mitessen.
Angeboten wurde immer leckere einheimische Küche inklusive Getränk und Nachtisch.
Hier kamen alle Schüler und Schülerinnen zusammen und man lernte auch einmal die anderen Klassen kennen. Das Publikum war sehr international, wobei doch Deutsche, Franzosen und Schweizer einen sehr großen Anteil ausmachten.
Die meisten Schüler waren nicht wie ich nur eine Woche hier, sondern blieben mindestens drei Wochen oder länger. Ich sah ein, dass ein längerer Aufenthalt natürlich sehr viel effektiver war und bewunderte, wie gut mach anderer schon Spanisch sprechen konnte.
Natürlich stand neben Unterricht auch Freizeit auf dem Programm. Neben Touren uns Sacred Valley und nach Machu Piccu wurden auch Touren innerhalb Cuscos selbst angeboten. So besuchten wir mit Arelie den Markt "St. Pedro". Hier sollten wir gleichzeitig unser erlerntes Spanisch anwenden und Obst und Gemüse kaufen. Weniger schwierig als sich nach den Dingen zu erkundigen war jedoch, sich auf dem Markt zurecht zu finden: Es war ein richtig authentischer südamerikanischer Markt auf dem es alles zu kaufen gab, von bunt gefärber Alpacawolle bis hin zu exotischen Früchten und gehäutetem Meerschweinchen (= Cuy, die einheimische Delikatesse der Peruaner). Von den ganzen Gerüchen und Eindrücken konnte man schon schnell reizüberflutet werden aber es war auch super interessant, was es so alles gab.
auf dem Markt St. Pedro
Die Woche verging natürlich viel zu schnell! ich war am Ende doch etwas traurig, nicht noch länger bleiben zu können aber natürlich wollte ich auch noch etwas vom Land sehen.
Ich hatte eine super Zeit in der Sprachschule und habe viele neue Leute kennengerlernt, Erfahrungen und Wortschatz gesammelt.
Cusco ist meiner Meinung nach eine super Stadt für eine Sprachreise, da es einem hier aufgrund des Freizeit- und Kulturangebotes und der vielen Touristen nie langweilig wird und ma sein gelerntes Spanisch gleich in die Praxis umsetzen kann, ohne jedoch aufgeflogen zu sein wenn es mal nicht klappt, da doch auch jeder Einheimische auch etwas Englisch spricht.
Ich vermisse die Stadt, meine Mitschüler und Lehrer schon jetzt und hoffe, dass ich eines Tages dort mal wieder "Como estas" sagen kann :)
Für jeden, der überlegt, hier einen Stopp einzulegen: Tut es einfach, ihr werdet es nicht bereuen!