12 Wochen Sprachkurs in Sevilla, Spanien

Reportage von
Gast

Ihr denkt The Big Apple schläft nie? Tja, schon mal in Sevilla gewesen? Diese Stadt schläft nie!

Ihr denkt The Big Apple schläft nie? Tja, schon mal in Sevilla gewesen? Diese Stadt schläft nie! Egal zu welcher Uhrzeit und an welchem Wochentag, es sind immer Leute auf der Straße, egal ob zur besten Einkaufszeit, Siestazeit oder aber Sonntagmorgen wenn alle Geschäfte zu haben, trotzdem findet man auf den Straßen immer viele Leute.

Die Sprachschule in Sevilla ist leicht zu finden und an einem der zentralen Orte Sevillas. Das Gebäude ist hell, groß und freundlich und alle Angestellten sowie die Lehrer begegnen einem immer mit einem Lächeln und egal wie lange man bleibt, auch wenn es nur eine kurze Woche ist, man fühlt sich doch wie zu Hause.  Auch hier ist Montag der Tag an dem die Sprachkurse beginnen und an dem viele neue Leute in die Schule kommen, die Klassen neu gemischt werden und eventuell auch ein Lehrerwechsel ansteht.

(Blick von der Giralda in den Orangenhof der Kathedrale)

Die Leute seines Landes erkennt man doch immer leicht, woran das liegt? Ich weiß es nicht, aber zu 90% lag ich richtig mit meiner Einschätzung, als ich einen Deutschen gesehen habe.  Mit den Leuten in seiner Klasse kommt man ganz leicht ins Gespräch, da die Klassen aus höchstens 10 Schülern bestehen. Aber auch im Patio (Innenhof) kommt man an den Tischen leicht ins Gespräch, da doch irgendwie jeder jeden kennt und wenn nicht, dann wird man über einen gemeinsamen Bekannten einander vorgestellt und schon ist man im Gespräch. Wo kommst du her? Wie lange bleibst du? Warum bist du hier? Was machst du in deinem Land? Wo wohnst du hier? etc. Die Fragen sind endlos und man lernt so viele neue und nette Leute kennen, dass man doch schon mal leicht die verschiedenen und vielfältigen Informationen verwechselt und öfter nachfragen muss.

Natürlich lernt man auch neue Leute bei den Exkursionen am Nachmittag und Wochenende kennen. Die Exkursionen sind alle von den Lehrern geleitet und damit auf Spanisch. Es werden in regelmäßigen Abständen die gleichen Exkursionen angeboten um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sevilla kennenzulernen wie die Kathedrale mit der Giralda, den Real Alcazar, den Plaza de España und andere.

(Die Giralda, der berühmte Glockenturm der Kathedrale)

An den Wochenenden geht es in nahe und weiterweggelegene Orte wie Jerez de la Frontera, Ronda oder aber auch Granada. Auch dort werden jeweils die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besichtigt und die mitgereisten Lehrer führen einen durch die Stadt.

(Kathedrale in Jerez de la Frontera)

(Patio de los Leones (Löwenhof) der Alhambra in Granada)

(Blick auf die Alhambra und die verschneite Sierra Nevada im Hintergrund)

(Die Moschee-Kathedrale in Córdoba, beeindruckend!)

Ich persönlich habe während meiner Sprachreise nach Spanien, vor allem anfangs, sehr viel an den Freizeitaktivitäten teilgenommen, um sowohl die Stadt Sevilla, als auch Andalusien kennenzulernen. Man möchte schließlich wissen wo man sich befindet. Was ich allen nur empfehlen kann, ist den Paseo Orientativo, der immer montags stattfindet, mitzumachen. Es ist eine hervorragende Möglichkeit um einen ersten Eindruck von der Stadt zu gewinnen und auch für diejenigen, die kein einziges Wort Spanisch sprechen, ist es trotzdem allem irgendwie verständlich. Für alle die gerne Filme sehen und sie gerne auf Spanisch sehen würden gibt es immer wieder „Clase de Cine“, in der spanischsprachige Filme gezeigt werden.  

Mein Lieblingsplatz, wenn die Sonne geschienen hat, war eindeutig die Plaza de España.

(Parque de María Luisa, die grüne Lunge der Stadt und ein herrlicher Ort um das Grün zu genießen)

(Plaza de España, Filmkulisse aus Starwars und Anziehungspunkt aller Toursiten. Ihr müsst unbedingt mal nachts herkommen!!!)

Hier kann man herrlich die Architektur bestaunen, einfach nur die Sonne genießen, den vielen Straßenmusikanten zuhören, eine kleine Bootstour machen oder, wenn man auf der Suche nach ein bisschen Schatten ist, durch den Park Maria Luisa schlendern. Wenn man weit genug durch die verschlungenen Wege läuft, kommt man irgendwann an einer Straße raus, die genau neben dem Fluss verläuft. Auch hier kann man herrliche Spaziergänge in der Sonne machen. Das einzige auf was man aufpassen muss sind die zahlreichen Jogger und Fahrradfahrer die zu jeder Tageszeit dort anzutreffen sind. Wenn man genug Zeit hat und einen langen Spaziergang macht, kommt man zu einem Abschnitt, in dem an die Mauern teilweise sehr beeindruckende Graffitis gesprüht sind. Egal wie man zu Graffiti steht, an einem lebensechten Auge oder gar einer ganzen Comicszene kann man nicht einfach vorbeigehen.

Bei Regen kann man sich glaube ich in jede Bar Sevillas setzen, überall herrscht ein herrliches Ambiente, immer sind Leute anzutreffen  die sich lautstark unterhalten. Hier fühlt man sich sehr wohl. Meine Lieblingstapasbar ist die Bar „2 de Mayo“. Egal welche Tapa man probiert, es schmeckt alles und bei der riesengroßen Vielfalt findet auch jeder was. Allerdings besteht hier auch leicht die Möglichkeit viel zu viel zu essen. Ist bei uns nicht nur einmal vorgekommen. Wenn einem die Tapas richtig gut schmecken, kann man auch gleich eine ganze Ration bestellen und sich damit den Bauch vollschlagen. Allerdings sollte man sich nicht Zeit lassen bis alle Spanier kommen und dort essen wollen, schon vorher ist die Bar brechend voll und es kann durchaus vorkommen dass man länger warten muss um einen Tisch zu ergattern. Doch es gibt auch viele andere gute Tapasbars, am besten man fragt in der Schule die Lehrer, die immer sehr hilfsbereit sind, oder macht sich auf eigene Faust auf die Suche. Man kann auch ganz gut bei Tripadvisor schauen, viele Restaurants und Bars hier haben eine Plakette und eine Bewertung.

(Real  Alcazar in Sevilla)

Da ich die ganze Zeit über in einer Schülerresidenz der Sprachschule gewohnt habe, habe ich auch selber gekocht und bin nicht immer aus gegangen. Ich habe nach 6 Wochen die Residenz gewechselt, da ich zwar in der ersten Residenz ein wunderbares Doppelzimmer mit riesigem eigenem Bad hatte, aber dort leider wenig geschlafen habe und auch auf Grund einer vor Dreck starrenden Küche nicht immer kochen konnte. Warum? Tja, leider waren die anderen Bewohner dieser Residenz 24/7 am Party machen, nicht nur in den zahlreichen Diskos der Stadt sondern auch bei uns in der Residenz. Der Dreck blieb natürlich über Nacht liegen und wenn man morgens die erste in der Küche ist, hatte man ein Problem. Ich möchte mich hier noch mal bei der Sprachschule und auch GLS bedanken, die mir geholfen haben, dass ich innerhalb von 2 Tagen in eine andere Residenz umziehen konnte. Diese war wunderbar.

Ich habe mir ein Apartment mit einer gleichaltrigen Belgierin geteilt, hatte mein eigenes Zimmer, Küche und Bad haben wir uns geteilt. Wir haben untereinander ausgemacht nur Spanisch miteinander zu reden und es hat wirklich Spaß gemacht kleinere Konversationen auf Spanisch zu halten. Wenn wir mal ein Wort nicht wussten konnten wir uns entweder mit Englisch, Flämisch oder Deutsch aushelfen. Irgendwie haben wir uns immer verstanden. Es war wirklich schade, dass die 5 Wochen, die wir gemeinsam in der Residenz gewohnt haben, so schnell vorbei gingen. Das Einzige was ich an dieser Residenz bemängeln will, was bei der anderen eindeutig besser war, ist dass es keinen Gemeinschaftsraum gibt. Die anderen Bewohner hat man  immer nur per Zufall mal im Treppenhaus getroffen, aber ansonsten leider nur sehr selten. So war ich doch sehr überrascht als ich rausfand dass eine andere Deutsche aus meiner Klasse ein Apartment unter uns wohnte. Im Nachhinein muss ich sagen dass ich echt doof war, 6 Wochen geduldig zu hoffen dass sich die Umstände in der ersten Residenz bessern. Zum Glück habe ich noch gewechselt und konnte somit auch in der Klasse besser aufpassen.

(Garten des Real Alcazar in Sevilla, bei Sonne ein herrlicher Platz um sich ganz in einem Buch zu verlieren)

Insgesamt hatte ich 9 Wochen Spanisch Intensivkurs und zusätzliche 3 Wochen normalen Kurs, bedeutet: Normaler Unterricht findet von 9:15-13:00Uhr statt. Von 9:15-10:55 hat man eine Grammatikklasse in der neue Grammatik gelehrt oder alte wiederholt wird. Nach 25min Pause geht es um 11:20 weiter bis 13:00 mit der sogenannten Kommunikations-klasse. Hier arbeitet man in Kleingruppen und diskutiert meistens ein vom Lehrer vorgegebenes Thema.

Hierbei scheinen die Lehrer ihre Ohren überall zu haben, jeder Fehler wird sofort korrigiert und gröbere Fehler, die öfter auftreten oder von mehreren Schülern gemacht werden, schreiben sich viele Lehrer auf um sie hinterher an der Tafel in der großen Runde zu besprechen.  Intensivkurs  bedeutet eine zusätzliche Unterrichtsstunde von 13:30-15:30 Uhr. Hier ist man, wenn es keine anderen Schüler in seinem Level gibt, alleine oder eben mit anderen Schülern des gleichen Levels zusammen. Entweder wird Grammatik noch einmal wiederholt, Vokabeln vom Vormittag vertieft und gleichzeitig der Wortschatz zu einem bestimmten Thema erweitert oder auch komplett neue Grammatik gelernt.  In den Pausen saß man mit seinen Freunden oder Klassenkameraden zusammen, hat etwas getrunken oder gegessen und sich für die Nachmittage und Abende verabredet.

(Blick über Sevilla vom Schindler-Turm)

Alles in allem waren diese 12 Wochen in Spanien eine riesen Erfahrung die ich auf keinen Fall missen möchte. Heimweh hatte ich selten, zu Hause vermisst allerdings sehr oft. Mit Internet in der Schule und den Residenzen konnte man gut kommunizieren und mit zu Hause geskyped habe ich auch jede Woche. Auch Briefe und Pakete empfangen ist kein Problem, wenn sie an die Schule gesendet werden, bekommt man eine Nachricht und kann sich seine Post im Sekretariat abholen. Somit musste ich auch nicht auf mein Nikolausgeschenk oder das Survivalpaket meines Freundes verzichten.

So schön es war, so schön war es auch nach Hause zu kommen, in die Arme meiner Familie zu fallen und endlich wieder im eigenen Bett zu schlafen. Aber ich würde es jederzeit wieder machen!!! Und nach Sevilla komme ich definitiv zurück!!!

Zum Abschluss noch einige Sachen die ihr über Sevilla wissen solltet:

  1. Wenn ihr im Winter kommt (November-Februar), ja ihr braucht ein Fleece!!! Es kann echt kalt werden!!!
  2. Sonnenbrille und Regenschirm immer dabei zu haben lohnt sich. Das Wetter wechselt hier so schnell, da kann man zuschauen.
  3. Gummistiefel!!! Ich habe mir hier, seit langem mal wieder, ein Paar Gummistiefel gekauft und es auch seeeehr oft benutzt. Wer nicht auf durchnässte Schuhe steht und keine Lust hat 3 Paar Turnschuhe mitzunehmen, der sollte im Winter an diese Investition einen Gedanken verschwenden.

Auf der GLS Website findet ihr alle Infos zur Sprachschule in Sevilla und allen anderen Spanien Sprachreisen.