12 unvergessliche Wochen in Vancouver, Kanada

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Ende Januar begab ich mich auf die Reise nach Vancouver, Kanada. Zum einen wollte ich dort mein Englisch verbessern und zum anderen wollte ich nach über acht Jahren zurück nach Kanada. Ich entschied mich für Vancouver, da ich hörte, dass dort Berge und Strände aufeinander treffen würden und dies müsse man gesehen haben.

Noch immer erinnere ich mich gerne an meine Ankunft in Vancouver, obwohl es regnete war ich voller Vorfreude und Aufregung auf die nächsten zwölf Wochen. Mit einem dazugebuchten Shuttle wurde ich vom Flughafen abgeholt und direkt zur Unterkunft gefahren. Meine Vermieterin empfing mich und zeigte mir mein Zimmer in der Kellerwohnung, welche ich mir für die ersten zwei Monate nur mit einer und den letzten Monat mit zwei Personen teilte. Da ich die Option "Selbstversorgung" buchte, hatte ich nichts mit meiner Gastmutter zu tun und habe mir mein Essen stets selbst gekocht, möglich war dies durch die gut ausgestattete Küche in der Wohnung. Falls ich mal ein Problem oder eine Frage zu bestimmten Dingen in der Wohnung hatte, konnte ich schnell und einfach Kontakt zur Vermieterin/Gastmutter aufnehmen und sie war immer sehr hilfsbereit. Auf dem Foto ist die Aussicht aus meinem Zimmer zu sehen.

 

Am Montag der ersten Sprachunterrichtswoche hatte ich eine Online Einführung über Zoom. Dort wurden mir die ganzen Abläufe für die nächsten Wochen und die eigene App der Sprachschule erklärt. Diese Einleitung hat mir sehr geholfen mit allem zurechtzufinden und bei Fragen kann man auch stets den Leiter der Runde ansprechen. Nach der Präsentation über die Schule und der Einführung in den gestellten Google Teams Account, sowie den myILSC Account bekamen wir noch durch einen Mitarbeiter von WestTrek einen Überblick über mehrere größere und kleinere Ausflüge und Aktivitäten, welche man mit jener Organisation buchen konnte. 

Am Tag danach ging der Sprachunterricht an ILSC los, eine Sprachschule, mit vielen ambitionierten Schülern und mit freundlichem Personal in Mitten von Downtown. Ich will ehrlich sein, als sehr weit fortgeschrittener Schüler gibt es nicht viel, was man im Unterricht noch lernt. Dennoch ist es der perfekte Ort um viele neue Freundschaften zu knüpfen. Außerdem bringt das Englisch sprechen mit den Mitschülern jeden voran, unabhängig vom eigenen Level. Das kommunizieren fördert das Sprachniveau am meisten. Daher war es eine sehr gute Entscheidung, die "Communication" Klasse zu wählen, dort habe ich den ersten Monat lang fast ständig über globale Probleme mit meinen Mitschülern diskutieren können. Am Ende der Session hielt man noch eine Präsentation mit einem Partner und wurde dann vom Lehrer für den gesamten Monat eingeschätzt. Wenn man die Session mit einem B oder sogar A abgeschlossen hatte, dann konnte man ein Level weiter aufsteigen, absteigen ist generell nicht möglich, man muss sich also keine Sorgen machen. 

Alle vier Wochen beginnt bei ILSC eine neue Session, die Kurse werden also neu eingeteilt. Ich hatte mich bei der Kurswahl für die nächste Session für Green Leadership eingetragen und habe dort etwas über die Nachhaltigkeit gelernt. Jener Kurs macht auch pro Session zwei Ausflüge in nahegelegene Parks und Wälder, wo die geschulten Lehrer den Schülern dann dort eine Führung geben. 

Die zweite Session dauert für mich nur zwei Wochen, da danach mein Praktikum begann. Die Sprachschule ILSC hilft einem bei der Vermittlung des Praktikums, so habe ich mich in der zweiten Woche bereits mit den Vermittlern getroffen und ihnen von meinen Vorstellungen erzählt, dann gaben sie mir ein paar Vorschläge und ich konnte sagen welche mir mehr und welche mir weniger zusagten. Nach circa zwei Wochen bekommt man dann noch eine Email und trifft sich mit den Leuten von der Praktikumsstelle. Es ist also alles ganz einfach und man muss sehr wenig selber organisieren.

Nach meinem Sprachunterricht in Downtown hatte ich die Nachmittage für mich und somit genug Zeit, die Stadt zu erkunden. Da Vancouver nicht wirklich riesig ist und die Sprachschule so eine gute zentrale Lage hat, ist auch alles sehr leicht mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Es dauerte also von ILSC keine 15 Minuten um zu dem Ort auf dem Bild zu gelangen. Ein traumhafter Hafen für Segelboote in Mitten der Stadt, an welchem ich mehrere Stunden verbachte. 

Ein weiteres Highlight und "Must Seen" ist definitiv der Stanley Park, dieser ist vermutlich DAS Wiedererkennungsmerkmal der Stadt Vancouver. Ich besuchte ihn mehrere Male und es hat sich jedes Mal gelohnt. Bei einem 2,5-stündigen Rundgang um den Park hatte ich stets Wasser um mich herum, da der Park auf einer Halbinsel liegt. Ebenso gab es die Möglichkeit, den Park mit einem gemieteten Fahrrad zu umrunden, was viele Besucher taten. So oder so ist es quasi Pflicht, zumindest einmal dagewesen zu sein.

Generell ist Vancouver voller schöner Parks, so schafft es auch der Queen Elizabeth Park mit seinem Botanical Garden in diese Reportage. Der Park liegt auf einem kleinen Berg, von welchem man eine atemberaubende Sicht auf West Vancouver hat. Direkt neben dem Aussichtsort befindet sich ein kleiner aber feiner botanischer Garten, welchen man gegen eine geringe Bezahlung besuchen kann und auch auf jeden Fall sollte, wenn man schon mal da ist. 

Nur wenige hundert Meter vom Queen Elizabeth Park befindet sich der Van Dusen Botanical Garden, welcher mein persönliches Highlight war. Im Gegensatz zum Stanley Park und Queen Elizabeth Park ist er etwas unbekannter und somit auch von weniger Touristen besucht. Zwar kostet der Van Dusen Botanical Garden Eintritt, allerdings war er das alle Male wert. Dieser idyllische Botanical Garden eignet sich auch super für romantische Spaziergänge... hab ich mir sagen lassen. Auf jeden Fall ist er mein Geheimtipp für alle, die in Vancouver etwas Zeit in Ruhe in der Natur verbringen wollen. 

Für alle, die ungern Geld für Parks ausgeben wollen, ist die Lynn Canyon Suspension Bridge und der dazugehörige Park genau das Richtige. Eine traumhafte Klippenlandschaft im Norden Vancouvers, welche man sonst so nirgends findet. Wichtig ist es hierbei, festes Schuhwerk einzupacken, da das Erkunden des Parks eher einer kleinen Wanderung als einem Spaziergang gleicht. Um alles zu sehen muss man einige Treppenstufen auf sich nehmen, wer dazu nicht in der Lage ist, sollte dem Park lieber fern bleiben. Alle anderen Touristen in Vancouver müssen aber zumindest einmal dagewesen sein. 

Übrigens war dies der Ort meines Praktikums, hier begleitete ich Schulklassen auf Ausflügen durch den Lynn Canyon Park und half ihnen bei ihren Sammelaufgaben in der Natur. Hier unterstützte ich die beiden Führungsleiterinnen und die Lehrer und Eltern bei der Beobachtung der Kinder mehrmals die Woche von 9:45 Uhr bis 12 Uhr. Die Schulklassen trafen gegen 10 Uhr am Ecology Center, das Hauptgebäude der Anlage, ein und erhielten zunächst eine 30 minütige Einführung, in welcher sie einiges über den Lynn Canyon Park und seine Tiere und Pflanzen erfuhren. Nach der Einführung wurden die Klassen stets in zwei Gruppen geteilt und ich schloss mich immer der Gruppe an, welche weniger Betreuer hatte. Für die Erkundung des Parks hatten wir circa 80 Minuten Zeit, als die Gruppe dann an einem bestimmten Punkt angekommen war, durften die Kinder die Natur mit einem kleinen Eimer unter Beobachtung der Betreuer selbstständig erkunden. In jenem Eimer sammelten sie interessante Lebewesen, welche später unter einem Teleskop von der gesamten Schulklasse gemeinsam betrachtet werden konnten. Gegen 12 Uhr war die Führung dann wieder vorbei und ich hatte den Nachmittag für mich.

Ebenfalls im Norden Vancouvers liegt der kleine Ort "Deep Cove", jenes Highlight eine wunderschöne Küste ist. Kleine Restaurants und Cafés in Küstennähe ermöglichen es einem, ein paar Stunden in Deep Cove zu verbringen. Wer Tourismus vermeiden will, der sollte bei bewölktem Himmel zur Küste fahren, dann ist so gut wie niemand vor Ort. 

Eine Freizeitaktivität, die sich kein Sportfan entgehen lassen sollte, ist der Besuch eines NHL Spiels der Vancouver Canucks. Wer großes Interesse für Eishockey empfindet, dem wird es natürlich sehr gefallen. Allerdings war es auch für mich, jemand der kein Eishockeyfanatiker ist, eine tolle Erfahrung.

Ebenso besuchte ich die Collegemannschaft UBC Thunderbirds zu einem Eishockeyspiel, dort war der Eintritt kostenlos und die Zuschauer waren alle in einem typischen Studentenalter. Da es das Halbfinale war, waren auch viele Leute da und die Stimmung war gut. Aufgrund der kleineren Arena ist man näher am Spielgeschehen dran und erlebt somit die Emotionen der Spieler viel intensiver. Wer also nur zu einem der beiden gehen möchte, dem würde ich die Thunderbirds ans Herz legen.

Als großer Fußballfan musste ich natürlich auch ein Spiel der Vancouver Whitecaps besuchen. Kenner wissen, dass das Team in der MLS spielt und bereits den heutigen kanadischen Bayernstar Alphonso Davies hervorgebracht hat. Die Atmosphäre ist natürlich nicht mit einem Bundesligaspiel zu vergleichen, allerdings ist es trotzdem Pflicht als Fußballfan ein Spiel der Whitecaps besucht zu haben. Jeder der kein riesen Interesse an Fußball empfindet, aber dennoch neugierig ist, dem kann ich den Besuch des Stadions trotzdem empfehlen. Es ist auf keinen Fall zu laut und die Leute haben alle gute Laune, natürlich ist es ein ganz besonderer Moment, wenn die Canucks treffen. Dann gehen nämlich Rauchfontänen an und das gesamte Stadion feiert, ein Gefühl, was man als Eventfan definitiv erleben sollte.

Wer die Zeit und das Geld für größere Aktivitäten und Ausflüge hat, der sollte definitiv auf die viertägige Tour durch die Rocky Mountains gehen. Als Schüler einer Sprachschule, wessen Besuch Pflicht ist bei einem Auslandspraktikum in Kanada, bekommt man einen Rabatt von $120 bei WestTrek. Die Reise durch die Rockies ist DAS Highlight vieler Schüler in Vancouver. In einer ca. 50-Mann Gruppe begibt man sich in einem großen Reisebus von Freitag früh bis Montag Abend auf Abenteuerfahrt. Dort wird man in drei verschiedenen Hotels in drei verschiedenen Orten schlafen und ständig von unglaublich schöner Natur umgeben sein. Zudem kann man noch einige Aktivitäten auf der Reise dazu buchen und sich die Zeit somit noch aufregender gestalten.  

Falls man etwas weniger Geld zur Verfügung haben sollte, dann kann man sich auch auf eigene Faust auf Abenteuerfahrt begeben und White Rock an der Grenze zur USA besuchen. Dafür muss man auch keinen extra Reisebussitzplatz buchen, sondern kann einfach mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hinfahren. Wer noch nie in den USA war und auch nicht so schnell wieder die Möglichkeit dazu haben wird, der kann dort auch die Grenze zu den USA überqueren und ein wenig Zeit in Blaine verbringen.

Einer der vielen großartigen Strände ist ein etwas abgelegenerer, der Wreck Beach. Er befindet sich ganz im Westen Vancouvers beim Universitätsgelände UBC. Demzufolge sind an diesem Strand auch eher Studenten und andere junge Leute zu finden. Ein weiterer Grund dafür ist, dass man viele Treppenstufen hinuntersteigen muss, um den Strand zu erreichen, wenn man allerdings nicht total unfit ist, schafft man das und der Aufwand lohnt sich sehr für die tolle Aussicht. 

Zum Abschluss muss ich natürlich noch ein weiteres "Must Seen" erwähnen, denn was wäre diese Reportage ohne den English Bay.

Berlin hat das Brandenburger Tor, Paris hat den Eifelturm, Rom hat das Colosseum und Vancouver hat den English Bay. Neben dem Stanley Park ist der Strand vermutlich DIE Touristenattraktion im Westen Kanadas. Es ist der perfekte Ort um den Sonnenuntergang zu genießen. Dabei stört es auch nicht, dass viele andere Leute gleiches vorhaben. Wenn die Sonne am Horizont verschwindet und den Himmel in Orange-Rot aufleuchten lässt, vergisst man schnell mal all seine Sorgen und fängt an im Moment zu leben. 

Nun bleibt mir nur noch eins zu sagen: 

Pack deine Koffer und flieg nach Vancouver, du wirst es lieben!