San Francisco: 3 unvergessliche Monate

Reportage von

Ich habe drei unvergessliche Monate in San Francisco verbracht, von denen ich zwei Monate die Sprachschule EC besuchte und einen Monat lang ein Praktikum bei BMW San Francisco machte.

Am 13. Januar 2019 begann meine Reise nach San Francisco.

Spät am Abend kam ich am Flughafen an und wurde nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Transfer und einer spontanen Änderung der Gastfamilie schließlich zu meiner neuen Gastfamilie gefahren. Ich hatte das Glück bei einem sehr liebenswerten Rentnerpaar in Daly City untergebracht worden zu sein, bei denen ich unteranderem zusammen mit einem Venezuelanischen Geschwisterpaar, drei Monate lang wohnte.

Der 14. Januar war mein erster Schultag, der sogenannte „Orientation Day“. Nach einem 15- minütigen Fußweg konnte ich von der BART-Station Colma aus, jederzeit einen Zug nehmen, um in die Stadt zu gelangen. Nach ca. 25-30 Minuten Fahrt erreicht man die Haltestelle Montgomery, von welcher man einen Fußweg von ca. 2 Minuten hat und dann sofort vor dem Gebäude steht, in welchem sich die Sprachschule EC, im 18. Stock, befindet.

Die Räumlichkeiten der Schule wirken meiner Ansicht nach absolut nicht, wie eine klassische Schule, wie ich sie aus Deutschland kannte. Überall herrscht eine besondere Wohlfühlatmosphäre. Es gibt eine „Seating Area“ mit einem Tischkicker, mehreren Couches, Snackautomaten, eine Mikrowelle und gratis Wasser und Kaffee, die sich direkt zwischen den Klassenräumen befindet. Am „Orientation Day“ treffen sich alle neuangekommen Schüler in einem Klassenraum, in dem der Leiter der Schule und andere Mitglieder des Lehrpersonals Vorträge über San Francisco halten, über EC und die Regeln in der Schule aufklären und wirklich sehr nützliche Informationen bezüglich der öffentlichen Verkehrsmittel BART und MUNI geben. Danach macht man einen Einstufungstest, was dabei hilft, die jeweiligen Englischkenntnisse der Schüler zu bewerten, um eine passende Klasse für ihn/sie zu finden. Die meisten Schüler, die mit mir zusammen ankamen, stammten aus Brasilien, Südkorea, Japan und Frankreich, aber auch einige Deutsche kamen mit mir zusammen an. Man macht noch eine Stadttour, die wirklich sehr gut war, denn somit konnte man sich einen ersten Eindruck über die Stadt verschaffen und merkt, wie Zentral die Schule liegt.

Am nächsten Tag war mein erster „richtiger“ Schultag. Ein normaler Schultag beginnt um 9 Uhr und endet je nachdem für welche Kurse man sich entscheidet um 12:15 Uhr, oder um 14:45 Uhr. Ich habe mich dafür entschieden Kurse am Nachmittag zu belegen, weshalb ich jeden Tag Schule bis 14:45 Uhr hatte. Man kann am ersten Tag auswählen welche Kurse man am Nachmittag belegen muss, wobei Grammar (Mo., Mi., Fr.) anscheinend ein Pflichtkurs zu sein scheint, den ich aber absolut nicht empfehlen kann. Ich hatte das große Glück Bruce als Klassenlehrer meines Advanced-Kurses, zu haben, der sehr lustig ist, einem viel Allgemeinwissen vermittelt und gleichermaßen dafür gesorgt hat, dass immer eine gute Stimmung in der Klasse herrschte. Dienstags und donnerstags hatte ich den gesamten Tag über Gregory, bei dem man Grammatik wiederholt, viel darüber wie man sich gut ausdrücken kann, und dadurch, dass man nie mit Personen aus dem gleichen Land arbeiten darf, auch viel über andere Kulturen lernt. Der Unterricht hat mir immer sehr viel Spaß bereitet, war super interessant und anders als es des Öfteren für mich in Deutschland gewesen war, hatte ich stets Spaß am Lernen und nie Angst davor etwas Falsches zu sagen.

Auch die Hausaufgaben hielten sich in Grenzen, waren aber stets anspruchsvoll und immer gut dafür, das in der Schule gelernte zuhause noch einmal zu vertiefen. Durch gute Leistungen konnte man ein Blue Ticket bekommen, mit welchem man an Freitagen an einer Verlosung teilnehmen konnte und die Möglichkeit hatte, Gutscheine für verschiedene Geschäfte etc. zu gewinnen. In der nahegelegenen Crocker-Mall kann man gut seine Mittagspausen verbringen und in qualitativ guten Restaurants für einen angenehmen Preis zu Mittag essen.

Nach der Schule und natürlich auch am Wochenende hatte ich Zeit mit meinen Freunden die Stadt zu erkunden. 

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind hierbei wirklich zu empfehlen, wobei ich nach Einbruch der Dunkelheit eher einen Uber oder Lyft bestellen würde, wenn man alleine unterwegs ist. Ansonsten ist die Stadt auch problemlos zu Fuß erkundbar und verlaufen kann man sich quasi überhaupt nicht. Was ich ebenso dringend empfehlen kann, ist einen Handyvertrag bei T-Mobile in San Francisco abzuschließen, da dies billiger ist als in Deutschland einen Vertrag für die USA abzuschließen und man zusätzlich eine Vergünstigung bekommt, wenn man Schüler von EC ist. 

Ich hatte das Glück, dass in meiner Schulzeit in San Francisco mehrere Feiertage auf Freitage oder Montage fielen und somit konnte ich mit einer Freundin einen Wochenendtrip nach Santa Cruz machen. Santa Cruz liegt nur ca. 2 Stunden entfernt von San Francisco und ist mit dem Zug (Hin und Rückfahrt zusammen ca. 40 Dollar pro Person) wirklich leicht und schnell erreichbar. Wenn man gerne am Meer spazieren geht und am Strand frühstücken möchte, ist die kleine, recht touristische Stadt, mit ihrem Vergnügungspark am Pier wirklich empfehlenswert. 

Nach meinem Aufenthalt in EC, den ich sehr genossen habe, begann ab dem 12. März mein Praktikum bei BMW San Francisco, wofür ich mich zuvor mithilfe von Ryan, dem Schulleiter der Sprachschule schriftlich mit einem Lebenslauf beworben hat und ein Vorstellungsgespräch beim Manager von BMW San Francisco, einige Tage zuvor hatte. Ich muss zugeben, kein Interesse daran gehabt zu haben, mein Praktikum bei BMW zu machen, hatte letzten Endes aber keine andere Wahl, da alle anderen vorgeschlagenen Betriebe keine Praktikanten mehr aufnehmen wollen und somit jeder, der sich für das Angebot English in Action angemeldet hatte, automatisch zu BMW kam. Zu nächst war ich sehr enttäuscht, als ich erfuhr, dass meine Aufgaben es sein würden Teile zusammen zu suchen, diese zu verpacken und am Computer einige Arbeiten für meinen Chef zu verrichten, wie beispielsweise eine Gehaltsabrechnung zu überprüfen, nach einer Weile aber machte es mir dann aber tatsächlich Spaß, da meine Kollegen und die anderen Praktikanten, die ich alle von EC her kannte, sehr nett waren und man durch Gespräche, die man mit ihnen führte, gleich seine verbesserten Englischkenntnisse testen konnte. Leider muss ich aber auch zugeben, dass die Arbeit vor allem morgens zwischen Arbeitsbeginn um 9 bis 10 Uhr und kurz vor Feierabend zwischen 3 und 4 Uhr oft recht langweilig war, da man entweder noch keine Aufträge hatte, oder bereits alles abgearbeitet und somit nichts mehr zu tun hatte. 

Meine drei Monate in San Francisco waren mit Abstand die besten drei Monate meines Lebens. Ich habe nahezu alle Sehenswürdigkeiten in San Francisco und Umgebung besichtigt und vor allem aber viele neue Menschen kennengelernt, zu denen ich auch jetzt noch, nach meinem Aufenthalt in San Francisco immer noch Kontakt habe. 

Ich kann EC als Sprachschule absolut und unbedingt weiterempfehlen.  

Froh bin ich auch, dass ich mich im Nachhinein dafür entschieden habe, die Schule um 4 Wochen zu verlängern und somit 8 Wochen Schule und 4 Wochen Praktikum gemacht zu machen, denn mein Praktikum bei BMW kann ich hingegen eher weniger weiterempfehlen. 

Als Tipp kann ich Interessierten geben, dass es eventuell besser ist, in einer der von der Schule angebotenen Residenzen zu leben, anstatt wie ich mich für eine Gastfamilie zu entscheiden, da man somit wirklich sehr zentral in der Stadt lebt und sich die Fahrtkosten, die leider sehr hoch sind, aufgrund der Tatsache, dass Daly City außerhalb des Bereichs liegt, für welchen man sich einen Monatspass für 90 Dollar kaufen kann. 

San Francisco als Ziel kann ich absolut weiterempfehlen, da die Stadt super beschaulich ist, man sich wirklich nicht verlaufen kann und mit ihren vielen Parks, unterschiedlichen Vierteln, der Golden Gate Bridge, ihren Museen, Restaurants und den Stränden am Meer einfach so abwechslungsreich und atemberaubend schön ist. 

Ich bin froh San Francisco 3 Monate lang mein zuhause genannt haben zu dürfen und werde definitiv meiner neuen Lieblingsstadt, die ich jetzt schon sehnlichst vermisse, bald wieder einen Besuch abzustatten.