Ein Winter in Madrid

Reportage von
Gast

Vom 15.Januar bis zum 11.Februar habe ich 4 wundervolle Wochen in Spaniens lebendiger Hauptstadt verbracht. Vormittags habe ich an der Sprachschule einen Spanisch-Intensivkurs belegt, während ich die Nachmittage und Abende damit verbringen konnte, am Alltag der Spanier teilzunehmen und die Stadt zu erkunden...

Schon der Landeanflug gab mir einen Vorgeschmack darauf, was mich in den nächsten Wochen in Madrid erwarten würde: während ich in Berlin noch bei schmuddeligem Winterwetter ins Flugzeug gestiegen bin, konnte ich das Flugzeug bei Sonnenschein und angenehmen 10 Grad wieder verlassen und entspannt mit der Metro zu meiner Unterkunft in einem Studentenwohnheim im Stadtzentrum fahren.

 

Dort angekommen, wurde ich herzlich willkommen gehießen und konnte mein lichtdurchflutetes Einzelzimmer im 3.Stock beziehen. Das Bad und die Küchenzeile habe ich mir mit meinen Mitbewohnern geteilt. Dabei sollte man das Wort Küchenzeile betonen: Da es sowohl an einem Backofen als auch an einem Herd mangelte, musste ich bei der Essenzubereitung etwas Kreativität an den Tag legen oder eines der unzähligen Restaurants in den umliegenden Stadtvierteln Malasana oder Chamberi besuchen. Aber das ist ja bekanntlich nicht das Schlimmste, das einem in Spanien passieren kann :)

 

Ich hatte das Frühstück in meiner Unterkunft gebucht, was sich als sehr praktisch erwiesen hat, um mit den anderen Studenten in Kontakt zu kommen. Mit einer meiner Mitbewohnerinnen, die ich dort direkt am Montag kennengelernt habe, war ich zum Beispiel in Spaniens berühmtestem Kunstmuseum, dem Prado.

Ebenfalls am Montag um 8 Uhr begann mein erster Schultag. Da ich keinerlei Vorerfahrungen im Spanischen hatte, wurde ich direkt in den Anfängerkurs eingeteilt. Meine Klassenkameradinnen waren dabei Emma, eine Österreicherin in meinem Alter, und drei ältere Damen aus den USA. Ab der ersten Minute hatten wir viel Spaß zusammen und haben nicht nur gemeinsam gelernt, sondern uns auch so über alle möglichen Themen ausgetauscht und nach der Schule waren wir zusammen essen. Auch unsere Lehrer waren super nett, kompetent und konnten uns immer alles verständlich erklären.

Nach zwei Wochen wurde mir dann angeboten, in den A2-Kurs aufzusteigen. Insgesamt habe ich unglaublich viel gelernt (sowohl an Grammatik und Vokabeln, als auch über die spanische Kultur) und am Ende meiner Sprachreise war ich in der Lage meinen Alltag auf Spanisch zu meistern.

Madrid ist eine wunderschöne Stadt, die sich bereits bei meinem ersten Spaziergang als super hügelig erwies. Dieser Umstand sorgt dafür, dass sich überall tolle Ausblicke auftun und man machmal sogar die schneebedeckten Spitzen der nahegelegenen Berge sehen kann.

Der historische Stadtkern rund um Palacio Real, die Plaza Mayor und die Puerta del Sol besticht besonders durch seine kleinen Gässchen, die vielen Bars und Cafés und die vielen alten Häuser. Im Norden des Zentrums erstreckt sich die Gran Via, die Prachtstraße Madrids, an der sich Casinos, Hotels und verschiedenste Shoppingmöglichkeiten aneinanderreihen. Im Westen befindet sich der große Stadtpark Casa de Campo, dessen höchster Punkt vom Stadtzentrum aus mit einer Seilbahn zu erreichen ist. Im Osten liegen entlang des Paseo del Prado die drei großen Kunstmuseen und dahinter der Parque del Retiro, einer der beliebtesten Erholungsräume der Madrilenen.

Das besondere Ambiente der Stadt kann man vor allem am Abend und am Wochenende erleben. Dann, wenn die Straßen voll sind, man sich in den Bars trifft, um zusammen einen Wein zu trinken,Tapas zu essen und danach in einem der zahlreichen Clubs auszugehen.

Der Palacio Real im Zentrum der Stadt (Tipp: der Besuch des Museums ist in den letzten zwei Stunden kostenlos).

 

Die Plaza Mayor bei Sonnenuntergang.

Die Plaza de Callao ist ein beliebter Ort zum Shoppen in der Nähe der Sprachschule.

Ein typischer Sonntag in Madrid: Zuerst frühstückt man die berühmte Chocolate con Churros...

... und danach flaniert man über den berühmtesten Flohmarkt der Stadt, den Rastro.

Alternativ bietet sich natürlich bei schönem Wetter auch ein Spaziergang oder eine kleine Bootsfahrt im Retiro an.

Auch außerhalb der Schule hatte ich die Möglichkeit viele Leute kennenzulernen, die z.B. mit dem Erasmus-Programm in Madrid waren. Da sie schon ein halbes Jahr in der Stadt verbracht haben, kannten sie sich super aus und konnten mir viele Tipps geben. Wir haben zusammen gekocht, waren im Kino, sind durch die Bars gezogen, haben die berühmten Croquetas de Jamon gegessen und waren abends in einem der vielen Clubs.

Zum Schluss meiner Reportage noch ein Geheimtipp: Ihr solltet unbedingt die Dachterrasse des Circulo de las Bellas Artes besuchen, um bei einem Cocktail den Blick über die ganze Stadt zu genießen. Besonders zu empfehlen ist das natürlich bei Sonnenuntergang :)