Tokyo erleben

Reportage von
Gast

Tokyo ! Da denkt man an Sushi und überfüllte U-Bahnen. Und es stellt sich für jeden die gleiche Frage: Komme ich in dieser riesigen Metropole mit den fremden Schriftzeichen zurecht ? Die Antwort lautet schlicht und einfach: Ja. Wahrscheinlich besser als man im ersten Moment vermuten würde. Daher soll mein Bericht etwas von dieser Ungewissheit nehmen, um diese außergewöhnliche Stadt zu erleben.

Tokyo ! Da denkt man an Sushi und überfüllte U-Bahnen. Und es stellt sich für jeden die gleiche Frage: Komme ich  in dieser riesigen Metropole mit den fremden Schriftzeichen zurecht ? Die Antwort lautet schlicht und einfach: Ja. Wahrscheinlich besser als man im ersten Moment vermuten würde. Daher soll mein Bericht etwas von dieser Ungewissheit nehmen, um diese außergewöhnliche Stadt zu erleben.

1. Vorbereitungen:

Ich packe meinen Koffer und nehme mit.... Ja was nehme ich denn eigentlich mit in ein Land bzw. Stadt, die am anderen Ende der Welt liegt ?

Nun - was man als allererstes in seinen Koffer packen sollte, ist ein passender Adapterstecker. Dieser sieht folgendermaßen aus:

Man kann solche Stecker zwar auch vor Ort kaufen, aber hier in Deutschland findet ihr schneller, was ihr sucht. Das Aufladen von Handy, Laptop, etc. klappte übrigens problemlos - trotz der Spannung von 110 V.

Thema Kleidung: Ich selbst war im April 2015 in Tokyo und der April in Tokyo ähnelt unserem April ungemein. Einen Tag regnet es strömen und am anderen Tag scheint die Sonne bei 20 Grad. Von daher als Tipp ( wenn ihr nicht gerade plant im Hochsommer dorthin zu reisen ): Am Besten von allem etwas einpacken. Warme Pullover als auch T-Shirts.

Auf meinen Reisen habe ich mir angewöhnt, immer eine leere Fahrradflasche und Brausetabletten einzupacken. Die kann man morgens im Hotel schnell füllen und dem Wasser mit den Brausetabletten etwas Geschmack verleihen. Ab damit in den Rucksack und man ist gerüstet für den Tag. Aber das nur als kleiner Tipp nebenbei.

2. Ankunft & Hotel:

So wird man am Narita-Airport begrüßt. Nun stellt sich die Frage, wie man denn nun am Besten und preisgüstigsten in seinen Bezirk kommt. Ich selbst hatte mein Hotel direkt in Shinjuku, nur 8 Gehminuten von der Sprachschule entfernt, gebucht. Allerdings musste ich jetzt die 62 Kilometer vom Flughafen quer durch Tokyo nach Shinjuku irgendwie überbrücken. Wie also vorgehen ? Taxi ? Zu teuer. U-Bahn ? Noch zu kompliziert.

Abhilfe schaffen hier die "Airport Limousine"-Busse. Diese fahren im 20-Minuten Takt per Direktverbindung vom Flughafen ( übrigens von beiden Flughäfen ) nach Shinjuku. Diese sind für die Strecke ca. 90 Minuten unterwegs und kosten umgerechnet nur 25 Euro pro Fahrt. Für ein Taxi müsste man für die gleiche Strecke ca. 150 EURO bezahlen.

Nach kurzem Fußmarsch von der Busstation in Shinjuku, kam ich dann im Hotel an. Ich hatte mir ein Zimmer im "E Hotel Higashi Shinjuku" genommen. Dieses befindet sich - wie gesagt - nur 8 Gehminuten vom Hauptgebäude und 3 Gehminuten vom Nebengebäude der Sprachschule entfernt. Zudem liegt direkt neben dem Hotel die U-Bahn-Station "Higashi Shinjuku" ( Heißt auf Deutsch: "Shinjuku-Ost" ) und wer auf Gewohntes nicht verzichten kann: Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein McDonalds ;-)

Das Hotel selber ist sehr sauber und modern eingerichtet. Was allerdings sofort auffiel: Die Zimmer sind sehr klein. Sie sind halt für normale Durschnittsasiaten ausgelegt - die in der Regel die 1,60 m nicht überschreiten. Hier mal ein paar Impressionen:

Sieht jetzt im ersten Moment recht geräumig aus, aber auch nur, weil ich es mit einem Weitwinkel fotografiert habe. Glaubt mir: Man hatte gerade etwas mehr Platz, um sich um die eigene Achse zu drehen. Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Das geht nicht gegen das Hotel. Das war sehr schön. Es ist halt der allgemeine Platzmangel, der überall in Tokyo herrscht.

3. Die Sprachschule:

Kommen wir zum eigentlichen Grund meiner Reise: Der Besuch der KAI-Sprachschule. Kurz gesagt: Diese Schule ist einfach sehr zu empfehlen. Von den Lehreren, vom Kursprogramm, vom ganzen Ambiente her - alles sehr herzlich.

Der Anfängersprachkurs hat insgesamt eine Dauer von 4 Wochen und in dieser Zeit werden die verschiedensten Alltagssituationen durchgespielt. Das geht von: Wie bestelle ich mir was zu essen, über: Wie frage ich nach dem Weg, bis zu: Wie kaufe ich mir ein bestimmtes T-Shirt, sage, dass ich es anprobieren möchte und frage nach einer anderen Größe usw. usw. Der ganze Kurs wird nahezu ausschließlich auf Japanisch abgehalten. Ui - Fragt sich jetzt bestimmt der ein oder andere: Verstehe ich denn dann überhaupt etwas ? Ja - es klappt. Die Lehrer erklären es so einfach und genau, dass man eigentlich sofort weiß, was gemeint ist. Alles in allem lernt man unheimlich viel und das Beste ist: Man kann es sofort draußen auf der Straße anwenden.

Überhaupt waren die Lehrer sehr, sehr engagiert und man hat gemerkt, dass sie viel Spaß an ihrer Tätigkeit haben. Diese positive Stimmung übertrug sich natürlich auch auf die Gruppe und so war es ein äußerst angenehmes Lernen.

Ach ja. Wenn ihr am Anfang nach "Romanji" oder "Hiragana" gefragt werdet: Damit ist die Ausführung der Lehrmaterialien gemeint. "Romanji" ist dann die Ausführung der Lehrbücher in unserer lateinischen Sprache und wenn ihr des Hiragana und Katakana noch nicht so mächtig seid, dann empfehle ich euch doch lieber die "Romanji"-Version zu nehmen.

Meine Abschlußklasse:

Ein weiterer Vorteil dieser gemischten Klassen ist: Man lernt Leute aus der ganzen Welt kennen. In meinem Kurs waren jetzt Teilnehmer aus Mexiko, Spanien, Schweden, Taiwan und der Schweiz. Bei so viel Internationalität, spricht man natürlich Englisch untereinander.

Leider konnte ich bedingt durch meinen Job, die Schule nur für eine Woche besuchen, aber wenn ich es einrichten könnte, würde ich es jederzeit wieder und vor allen Dingen länger machen.

4. Alltagsleben in Tokyo:

Natürlich bestand mein Besuch in Tokyo nicht nur aus dem Besuch der Sprachschule. In so einer Millionenmetropole gibt es natürlich unendlich viel zu entdecken. Und wie entdeckt man die "Hot Spots" in Tokyo ? Ganz klar: Mit der U-Bahn.

Mmmmhhh - U-Bahn fahren in Tokyo ? Ich weiß doch gar nicht, wo ich hin muss und kann auch nichts lesen ! Nun - das ist einfacher als ihr denkt.

Zunächst mal: Welche Fahrkarte muss ich kaufen ? Das ist recht schnell erklärt: Holt euch eine "Passmo"-Karte. Dies ist eine Art Pre-Paid-U-Bahnkarte, die ihr mit einem Guthaben aufladen könnt. Diese Karte ist zeitlich unbegrenzt und ihr könnt damit so lange U-Bahn fahren, bis das Guthaben aufgebraucht ist. Danach könnt ihr sie wieder neu aufladen.

Dann möchte ih mal mit dem Mythos der "immer überfüllten" U-Bahnen aufräumen. Zu den Stoßzeiten morgens und zum Feierabend mag das zutreffen, aber zu den ganz normalen Tagezeiten waren noch reichlich Sitzplätze vorhanden. Keine Spur von Überfüllung.

Für die Fahrten mit der U-Bahn hatte ich mir übrigens eine "Metro-Fahrplan"-App heruntergeladen. Diese App war bei mir in Dauerbenutzung, da sie recht simpel funktioniert: Man tippt einfach nur seine Start- und Zielstation ein und die App sagt einem, welche Linien man in welcher Richtung nehmen muss. Zudem stehen an jeder Station die Namen auch in romanischer Schrift, also eigentlich recht einfach. Ich habe mich in der ganzen Zeit nicht einmal verfahren.

Die U-Bahn Stationen sind übrigens - wie ganz Tokyo - sehr, sehr sauber und gepflegt.

Diese gelben Liniensteine sind übrigens für blinde Menschen gedacht und ziehen sich durch ganz Tokyo.

Was gibt es noch an Kuriositäten in Tokyo zu sehen ? Eine Auswahl:

Plastikessen in der Restaurantauslage.

Regale über Regale mit Mundschutzmasken.

Ganzer Fisch am Spieß.

Läden voll mit Manga- und Animespielzeug.

Und Godzilla darf natürlich auch nicht fehlen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich das Alltagsleben in Tokyo auch nicht von dem in anderen Großstädten unterscheidet. Das Einzige, was abschreckend wirken könnte, wären die fremden Schriftzeichen. Aber da auch - in öffentlichen Einrichtungen zumindest - alles in Englisch auf den Schildern steht, vereinfacht dies die Sache ungemein.

Ich könnte jetzt noch mindestens fünf Seiten über das Alltagsleben in Tokyo schreiben, aber das würde wohl den Rahmen sprengen. Wenn ihr gezielte Fragen habt, dann schreibt mir einfach.

5. Fazit:

Eine außergewöhnliche Reise in eine wunderschöne Stadt voller Gegensätze. Wo sonst findet man traditionelle Tempelanlagen direkt zwischen modernen Hochhäusern. Wo sonst kann man das frischeste Sushi überhaupt essen ? Nun - Tokyo ist auf alle Fälle eine Reise wert.

"We hope to see you again" - Ganz bestimmt :-)