Großstadtfieber - Eine Woche Mexico City

Reportage von
Gast

In dieser Riesenmetropole wird einem so schnell nicht langweilig ...

Palacio de Bellas Artes im Zentrum von Mexico City

Hallo, ich heiße Betty und komme aus Bremen. Ich war vom 30.07.2012 bis zum 06.08.2012 mit GLS Sprachreisen an der Frida Kahlo-Sprachschule in Mexico City. Die Woche wollte ich als Vorbereitung auf ein darauffolgendes Auslandssemester in Puebla, Mexiko nutzen. Weil ich bis dahin noch sehr wenig Spanischkenntnisse hatte, dachte ich mir, eine einwöchige Auffrischung könnte nicht schaden und gleichzeitig würde ich so die spannende Stadt Mexico-City kennenlernen.

Mir gefiel außerdem die Möglichkeit gleich in den Apartments über der Sprachschule wohnen zu können.

Als ich am Sonntagabend in Mexico-City landete, war ich froh von Mitarbeitern der Sprachschule abgeholt zu werden, weil der Flughafen und die Stadt - deren Größe ich auf der Fahrt vom Flughafen zur Schule schon erahnen konnte - mir riesig und durch die fremde Sprache sehr unübersichtlich vorkamen.

In der schönen und geräumigen Wohnung der Sprachschule angekommen, freute ich mich, gleich den ersten Mitstudenten kennenzulernen: Ein Australier, der durch seine Familie sogar meine Heimatstadt in Deutschland kannte! 

Die Unterkunft der Sprachschule

Mein Zimmer

Das Wohnzimmer der Sprachschule

Am nächsten Morgen gingen dann die Sprachkurse los. Ich war in einer Gruppe mit nur 3 anderen Studenten, was den Unterricht sehr angenehm gemacht hat. Bei jedem unklaren Wort konnte man sofort den mexikanischen Lehrer fragen und obwohl die Mitstudenten schon etwas mehr Sprachkenntnisse hatten als ich, kam ich gut mit. Was mir besonders gefiel, war, dass der Lehrer uns immer viele mexikanische Spracheigenheiten beigebracht hat. So auch Wörter, die man im Spanischunterricht in Deutschland noch nie gehört hatte.

In den Mittagspausen hatte ich mit den anderen Studenten die Möglichkeit, die typischen mexikanischen Speisen in den kleinen Straßenlokalen oder auch an Ständen direkt an der Straße kennenzulernen (die ersten Tage war ich noch etwas vorsichtig, aber im Laufe der Woche traute ich mich an immer mehr Köstlichkeiten von der Straße - ohne es zu bereuen).

Beliebter Straßenstand mit "Tortas"

Da mein Sprachkurs nur bis 14 Uhr ging, hatte ich die Nachmittage Zeit, mich in Mexico City umzusehen. Die Sprachschule liegt in dem Viertel Colonia Condesa, in dem es viele interessante Straßen und Parks gibt. Auch den "Bosque de Chapultepec", einer der größten Parks in Mexico-City, konnte man gut zu Fuß erreichen.

Schöner Park in der Nähe der Sprachschule

Außerdem stand natürlich ein Ausflug ins Stadtzentrum auf dem Pflichtprogramm. Der Zócalo ist immer voller Menschen. Als wir da waren, gab es viele Leute, die Drachen haben steigen lassen. Ein beeindruckender Anblick! 

Der Zócalo

Auch sah man immer wieder Menschen, die Flyer verteilten oder ganze Zelte von politischen Gruppen, die auf Misstsände im Land aufmerksam machen wollten und Vorträge hielten.

Stand mit Infos über politische Probleme Mexikos

Abends gingen wir meistens mit den anderen Studenten in einer der vielen netten Kneipen etwas trinken. In der Nähe der Sprachschule gab es sogar ein Lokal, in dem täglich Salsaunterricht für unangemeldete Gäste gegeben wurde. Nach 1,5 Stunden schweißtreibenden Salsa-Schritten schmeckte uns das mexikansche Bier besonders gut! Das Tanzen gehört zu Mexiko wie der Tortilla und so ist es keine Seltenheit in einer warmen Nacht auf einem Platz mitten in der Stadt hunderte Menschen tanzend anzutreffen:

Mexikanische Pärchen tanzen Salsa mitten in der Stadt

Am Freitag gingen wir zum Abschluss der Unterrichtswoche noch mit der gesamten Sprachschule essen. Es war schön zu merken, dass aus den wenigen spanischen Wörtern, die ich am Anfang der Woche kannte, mehrere Sätze geworden waren und ich in der Lage war, mich mit den Sprachlehrern und einigen der anderen Studenten ein wenig auf Spanisch zu unterhalten.

Am Samstag ging es dann noch in einer kleineren Gruppe zu einem Fußballspiel des Vereins Cruz Azul aus Mexico-City (die Stadt wird von den Einwohnern übrigens nur „DF“, also Distrito Federal, genannt) gegen Chivas aus Guadalajara. Für mich als Fußballfan war das ein ganz besonderes Erlebnis. Obwohl das Spiel am Ende nur 0-0 ausging, war es interessant zu sehen, welche Unterschiede (Cheerleader, Golfcaddys und Unmengen Polizisten) und Gemeinsamkeiten (Bier, Laola-Wellen und Journalistenteams) es zu deutschen Fußballspielen gibt.

Das recht kleine "Estadio Azul"

Donutverkäufer in der Menge

Armbänder als Andenken an den Nachmittag

Auf jeden Fall war mit am Ende der Woche klar, dass ich eine gute Entscheidung getroffen hatte. Dies war der perfekte Einstieg in mein Mexiko-Semester: Ich konnte den ersten Sprach- und Kulturschock hinter mich bringen, eine spannende Stadt und gleichzeitig viele nette Leute kennenlernen.

Die Woche hat sich wirklich gelohnt und bleibt für mich in sehr guter Erinnerung!

Sonnenuntergang über Mexico City